Es ist noch nicht allzu lange her, als ich irgendwo in den Weiten des Free-TVs (RTL 2 vielleicht?) ein paar Stunden Musikdoku über bekannte und weniger bekannte Cover-Versionen gesehen habe. Unter anderem mit Kommentaren des von mir sehr geschätzten Markus Kavka. Und des von mir weniger geschätzten Nils Bokelberg – der sich meiner Abneigung seit Viva-Zeiten sicher sein kann – der aber in diesem einen speziellen Fall durchaus erkenntnisgewinnbringend kommentierte, wie ich ehrlicherweise sagen muss.

Nun gibt es ja unterschiedliche Herangehensweisen und Varianten, wenn ein Künstler sich dazu entscheidet, einen meist schon gut abgehangenen Song zu covern. Manchmal nimmt man einen Top-Hit, ändert möglichst wenig, und hofft auf die eigene Bekanntheit, um das zum Hit zu machen. Ich denke da an “Father And Son” von Cat Stevens und die spätere Version von Ronan Keating. Oder “Freedom” von George Michael, später neu interpretiert von Robbie Williams. Oder im deutschen Sprachraum “Junimond” von Rio Reiser bzw. als Cover von Echt. Ein wirklich guter Song überlebt eben jeden Interpreten.

Auch gerne genommen: Top-Hit ist schon älter, d.h. die junge Generation kennt den Song nur in Ausnahmefällen. Und dann wird am Cover kräftig soundtechnisch geschraubt und wirklich eine neue Version draus gemacht. Da kommt mir “Sound Of Silence” in den Sinn (Simon & Garfunkel vs. Disturbed).

Dann gibt es die Variante, einen eher unbekannten Song zu nehmen und daraus einen Hit zu machen. Ich denke da an Natalie Imbruglia mit “Torn” (da darf jeder gerne recherchieren, wo da die Originalversion herkommt, das ist eher überraschend). Oder vielleicht sogar an “Flugzeuge im Bauch”, das im Grönemeyer-Original ja eher weniger erfolgreich war, und dann durch eine…interessante Version von Oli P. zum absoluten Top-Hit wurde – inklusive weitgehenden Abwandlungen und eigentlich eines ganzen Genrewechsels.

Und Genrewechsel führen da durchaus manchmal zu interessanten Neuauflagen. Zwei Beispiele, die ich im Ohr habe: “Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann” – das ist von Nena schon ziemlich anders als das Cover von den Absolute Beginners mit der sehr…speziellen? charakteristischen? Stimme von Jan Delay. Oder wie wäre es mit “Ding” – Seeed vs. Feuerschwanz. Letztere Band hat übrigens auch sehr besondere Cover-Versionen einer Manowar-Hymne und eines Abba-Klassikers anzubieten.

Nun habe ich durch eine Reihe komischer Zufälle und dank der ein einziges Mal funktionierenden AI von YouTube die Band Fleesh gefunden. YouTube-Kanal hier für die volle Dröhnung. Genauer gesagt gelang der Einstieg über einen meiner All-Time-Favourites, Sugar Mice von Marillion aus der guten alten Fish-Zeit. Hier die Fleesh-Version auf YouTube. Es passiert mir sehr selten, dass ich mich kaum entscheiden kann, ob ich bei einem Lieblingssong die Cover-Version nicht vielleicht sogar ein wenig besser finde. Und weil sich das so gut anließ, habe ich mir gleich das nächste Marillion-Cover reingezogen: Script For A Jester’s Tear. Verdammt noch mal großartig. Und es gibt ein komplettes Marillion-Tribute-Album von Fleesh. Aber bevor ich dazu kam, bin ich stattdessen auf drei Pink Floyd-Coverversionen gestoßen: Comfortably Numb, On The Turning Away, High Hopes. Oder wie wäre es mit einer der besten Balladen der Scorpions namens “Send Me An Angel”?

Sechs absolute Volltreffer. Die Stimme passt sensationell zu diesen Songs – was angesichts der Originalsänger doch einigermaßen erstaunlich ist (und wer jetzt denkt, Fleesh könnten keine Cover-Versionen von Songs mit Sängerinnen machen, wird durch ein Nightwish-Cover eindrucksvoll widerlegt). Und musikalisch sind die Cover-Versionen extrem nah am Original – weil was könnte man bei solchen Klassikern der Rock-Geschichte schon verbessern? Eben.

Jetzt unterstütze ich Fleesh auf Patreon. Da scheint sich ein Muster abzuzeichnen.

Der vorherige Blog-Post konzentrierte sich mehr auf die allgemeinen Dinge des großartigen Konzertereignisses “Tales From Six Feet Under – Live In Concert” von und mit der ebenso großartigen Charlotte Wessels im TivoliVredenburg in Utrecht am vergangenen Wochenende.

In diesem zweiten Beitrag zum Thema will ich mehr aus der und über die Community-Perspektive schreiben. Wie ich früher schon erwähnte, bin ich seit kurzem Unterstützer von Charlotte bei Patreon, und im Rahmen dieser Patreon-Community wurde beim Utrecht-Wochenende wirklich so einiges geboten. Nicht zuletzt soll dieser Beitrag ein großes Dankeschön an alle sein, die dazu beigetragen haben, dass dieses erlebte Wochenende mir wirklich unvergesslich bleiben wird. Es gibt in dieser Patreon-Community eine ganze Menge netter Menschen, die zudem viel Zeit und Kreativität investieren, wovon dann auch Leute wie ich profitieren dürfen.

Beginnen wir mit dem organisatorischen Vorlauf zum Wochenende hin. Die Rahmenbedingungen waren gegeben: die meisten Patrons würden schon mindestens am Abend vorher in der Stadt sein, Konzert dann am Sonntagabend, und als krönender Abschluss der “Hangover Hangout” am Montagmorgen. Dazu muss man wissen, dass ein (zumindest für mich) nicht unwichtiger Teil von Charlottes Patreon-Bemühungen die monatlichen “Hangouts” sind, ein Online-Videostream, wo sie Fragen beantwortet, Lieder für uns singt, Neuigkeiten verkündet und generell die Community pflegt. Sehr kurzweilige 90 bis 120 Minuten, teils sympathisch-chaotisch, ein echtes monatliches Highlight. Und nun also ein erster “Live-und-in-Präsenz”-Hangout am Morgen nach dem Konzert. Und so wurde im Discord-Chat um diese Rahmenbedingungen herum das Wochenende weiter angereichert.

Denn dankenswerterweise fanden sich freundliche Menschen, die Meetups vor dem Konzert organisierten, damit sich die Patrons vorher treffen, kennenlernen und austauschen konnten. Mein erstes Hineinschnuppern begann Samstag Abend in einem sehr wenig irisch anmutenden Pub namens “Little Dublin”, wo ich einige Leute treffen konnte, die ich vorher nur aus dem Discord-Chat kannte. Herausforderungen: Konversationen auf Englisch folgen in einer eher “lauten” Umgebung, und immer versuchen den Realnamen und das Discord-Pseudonym und das Gesicht irgendwie im Gedächtnis zu verankern. Ich war nur mäßig erfolgreich. Das tat dem vergnüglichen Abend aber keinen Abbruch, besonderer Dank an die “Stuttgart-Gang”. Und der Rückweg in der Nacht vom Pub zum Hotel zeigte einmal mehr, dass Google Maps auf dem Smartphone ein unverzichtbares Werkzeug der Neuzeit ist. Wie hat das früher funktioniert? Patentgefalteter Falk-Stadtplan und Taschenlampe? Ich erinnere mich nicht mehr.

Zum Lunch am Sonntag traf man sich dann in kleiner geselliger Runde im “Karibu”, einem afrikanischen Restaurant im Norden der Innenstadt von Utrecht, direkt jenseits der rund-um-Utrecht-Inner-City-Gracht (klingt komisch – ein Blick auf Google Maps macht hoffentlich klar, was ich meine). Günstig gelegen für den anschließenden Besuch bei Pien im Griftpark – das ist eine sehr spezielle Story, in der erwachsene Menschen in einen Streichelzoo pilgern um eine beinahe berühmte Ziege zu besuchen. Die Sinnhaftigkeit des Unterfangens erschließt sich hier nur dem wahren Fan und Insider. Jedenfalls war es in Summe kein kulinarisches Highlight, aber definitiv ein tierisches. Und ein kommunikatives. Und ich konnte den freundlichen Utrechter treffen, der sich die viele Mühe gemacht hat, zwei der Pre-Show-Meetups zu organisieren. Wer jemals versucht hat, so viele Menschen unter einen Hut zu bringen, weiß das zu schätzen. Nebenerkenntnis: Bargeld ist in den Niederlanden weitgehend aus der Mode. Und deutsche EC-Karten funktionieren nicht immer. Google Pay und V-Pay aka Visa Debit hat es in meinem Falle gebracht.

Es folgte Dinner im “Bunk”-Restaurant, einer umgebauten ehemaligen Kirche, in etwas größerer Runde. Was sich später als etwas kompliziert in der Abwicklung der Zahlungen herausstellte, aber gute Organisation ist eben nicht jedem Restaurant gegeben. Auch hier kein kulinarisches, aber ein kommunikatives Highlight, wo ich ein paar neue Gesichter schon bekannten Discord-Pseudonymen zuordnen konnte. Auch wenn es im Hirn langsam etwas eng wurde, mein Personengedächtnis ist sowieso eher miserabel. Danach ging es dann gemeinsam zum TivoliVredenburg und der großen “Wartetreppe” rauf zum Konzertsaal, wo schon jede Menge Fans den Einlass begehrten, um entweder beim Merchandise zuzuschlagen oder sich die besten (Steh-)Plätze im Saal zu sichern. Ich bin da traditionell nie in vorderster Front, habe geduldig beim Merchandise auf die Chance zum Kauf des unvermeidlichen Konzert-T-Shirts gewartet, und mich hinten im Saal einsortiert. Da hat man nicht nur die Künstler, sondern auch die Fans im Blick und etwas mehr Bewegungsfreiheit, ohne anderen Besuchern auf die Nerven zu fallen.

Zum Konzert selbst habe ich im vorigen Post ja schon einiges geschrieben, also direkt weiter zum Nachkonzertgeschehen. Vor allem die NSFW-Crew wartete geduldig auf das traditionelle Post-Concert-Meetup mit der Band. Ich bin nicht so der meet-and-greet-Fanatiker und bin generell immer eher der Auffassung gewesen, dass man den Künstlern gerne auch nach der Show ein bisserl Ruhe gönnen darf. Aber die Herzlichkeit von beiden Seiten beim nachkonzertlichen Austausch nebst unvermeidlicher Fotosessions und Signierung diverser Devotionalien hat mich da nachdenklich gemacht – ich hatte wirklich den Eindruck, dass Charlotte und Band da einen speziellen Draht zu den Fans haben und das ganze keine Last und Pflichtaufgabe, sondern echtes Vergnügen war. Schön zu sehen. Derweil pflegte ich zwei längere Konversationen mit höchst sympathischen Zeitgenossen – es hat seinen Vorteil, wenn man die Community schon vorher etwas kennengelernt hat, da fühlt man sich auch als Alleinreisender alles andere als allein. Ein echtes Highlight für mich.

Am nächsten Morgen dann das, was sich als das eigentliche Highlight nichtmusikalischer Natur herausstellen sollte: der Hangover Hangout, live im Gys, einem vegetarisch-vegan-biologisch-dynamisch angehauchten Restaurant gleich ums Eck des Hotels, in dem ich übernachtete. Die zwei Stunden dort vergingen wie im Flug, und trotz der Enge und des nicht unerheblichen Lärmpegels war es einfach super. Jetzt wieder nicht kulinarisch gesehen, sondern kommunikativ. Und Community-technisch, denn die Patrons haben zum Abschluss für Charlotte die wirklich wunderschönen Zeilen aus “Soft Revolution” gesungen, und es ist wohl den “Vorsängern” zu verdanken, dass das wirklich sensationell gut geklappt hat – ich hatte da vorher so meine Bedenken, als ich die Idee gehört habe, aber die waren schon nach der ersten Zeile wie weggeblasen.

I call for a soft revolution tonight
A soft spoken yet deafening battle cry
We’ll drive out the demons with only a dream
We’ll sing till we’re sore even if we can’t sing

I call for a soft revolution tonight
A soft spoken yet deafening battle cry
I’ll do all the things they said I couldn’t do
I’ll run for my life, I’m not running from you

Die Veranstaltung endete dann mit einer weiteren Selfie-Foto-Signier-Session, wo ich nicht umhinkam, erneut die Geduld und Freundlichkeit von Charlotte zu bewundern. Beardboy erzählte uns, während wir in der Schlange warteten, von den derzeit stattfindenden Renovierungsarbeiten im Nachbarhaus und dem daraus resultierenden Bohrer- und Sägeneinsatz ab 7 Uhr in der Früh. Es steht also zu erwarten, dass das nächste Album von Charlotte einen starken Industrial-Sound-Einschlag haben wird.

Wie ich schon erwähnte, bin ich nicht so der Autogrammjäger oder Foto-mit-Künstler-Interessierte. Jedes Foto von Charlotte könnte nur schlechter werden, wenn ich auch mit drauf bin. Aber ich habe die Chance genutzt, Charlotte persönlich meine große Wertschätzung und Freude über ihr Tun und Schaffen mitzuteilen. Ich hoffe, meine englischen Sprachkenntnisse haben ausgereicht, das adäquat rüberzubringen.

Und so endete diese “Community Experience”, ein unvergessliches Wochenende, ein echtes Highlight. Danke an alle Beteiligten, die das möglich gemacht haben.

Ich denke, Charlotte Wessels sollte Kurse und Beratungsleistung anbieten zum Thema “Community Building”. Was sie geschaffen hat mit ihrer Patreon-Community ist wirklich außergewöhnlich. Ich kann das gar nicht genug loben und meine Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Man muss sich nur vor Augen führen, was alles im Vorfeld des Konzerts zusätzlich passiert ist. In einer Zeit der intensiven Vorbereitung auf ein so großes Event, in der es eigentlich keine freie Minute gibt, wurde das Release von “Tales From Six Feet Under Vol.II” gebührend gefeiert, das Video zu “Venus Rising” veröffentlicht nebst der Organisation der End Credits, der Hangover-Hangout ins Leben gerufen und geplant, neuer Merchandise auch fürs Konzert finalisiert, der Patreon-Rabatt für den Merchandise-Kauf beim Konzert organisiert, die Bilderserie für die Projektion während “Masterpiece” beim Konzert organisiert, der Oktober-“Song of the Month” finalisiert und released (ein Song von großartiger Qualität, nebenbei bemerkt: “Fool’s Parade”, eine erneute Zusammenarbeit mit Alissa White-Gluz). Wüsste man es nicht besser, man würde ein riesiges Team an Mitarbeitern hinter dieser Unternehmung vermuten.

Das ganze Ausmaß der Hingabe, des Engagements, der Professionalität, der liebevollen Detailarbeit – es lässt einen beinahe in Ehrfurcht erstarren.

Meine Liste von Menschen, die eine Community so pflegen, wie ich mir das idealerweise vorstelle, hat nun also zwei Einträge: Charlotte Wessels und Daniel Stenberg, Mastermind hinter curl bzw. libcurl. Den ehrenwerten dritten Platz würde ich an Alexej Melnikov aka Sorgelig vergeben, der treibenden Kraft hinter MISTer. Ja, ich bin halt etwas IT-lastig unterwegs.

Und ich schließe mit einem neuerlichen “Very well done, Charlotte Wessels”. Ich kann das nicht oft genug sagen. Und feiern. Und loben.

Es war nach langer Zeit mal wieder Konzertwochenende. Charlotte Wessels, “Tales From Six Feet Under – Live in Concert” im TivoliVredenburg in Utrecht, Niederlande. 1200km Autofahrt und zwei Hotelübernachtungen für eine 3h-Veranstaltung? Ob hier Aufwand und Ertrag in einem vernünftigen Verhältnis stehen, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Ich hatte irgendwann im Juli, als ich spontan die Karte gekauft habe, auch so meine Zweifel. Im Nachhinein muss ich feststellen, dass diese unbegründet waren. Im Rückblick würde ich sogar sagen “absurd unbegründet”.

Ich will das Gesamtereignis aus zwei unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Was folgt ist zunächst die Betrachtung als “normaler” Besucher eines Rockkonzerts, der ich ja auch irgendwie war. Die zweite Perspektive wird die Patron-Perspektive sein und mehr den Community-Aspekt des ganzen Events beleuchten – da gab es extrem viele Eindrücke zu verarbeiten, ich arbeite noch dran und will kein Publikationsdatum versprechen.

Aber starten wir mit etwas persönlicher Historie. Die Geschichte meiner Besuche von Rockkonzerten irgendwo weit weg ist relativ kurz und umfasst wenig mehr als Fish-Fanclubkonzerte (Oberhausen, Duisburg, Enschede) und a-ha (Köln), alles andere spielte sich letztlich im Raum Stuttgart-München-Frankfurt ab. Wie man sieht, sind Besuche im Ausland extrem selten. Diesmal also Utrecht. Die Niederlande sind ja mautfreies Gebiet, warum also nicht mal ins Auto steigen, 600km fahren und sich mal Utrecht anschauen. Gilt als “Klein-Amsterdam” ja durchaus als sehenswert.

Zunächst ist festzuhalten, dass die Erfindung von satellitengestützter Navigation zu den ganz großen Erfindungen der Menschheit gehört. Ich würde vermutlich heute noch planlos durch die Sträßchen von Utrecht fahren – immer auf der Hut vor dem nächsten Fahrradfahrer mit zweifellos selbstmörderischen Absichten – und nach dem Hotel suchen. Auch wenn sich das Navi kleinere Schwächen beim Thema “Einbahnstraßen” geleistet hat und zur Streckenberechnung wirklich unglaublich viel Zeit braucht (viel länger als seine Vorgängerversion, die maximal im Ein-Sekunden-Bereich jemals den Hinweis “Route wird berechnet” angezeigt hat). Besonders schlecht: das Navi stellt jedes Mal erneut fest, wo es eigentlich gerade ist, ganz so als ob es keine plausible Hypothese wäre, dass so ein Festeinbau-Navi doch immer noch an genau der Stelle sein könnte, wo das Auto das letzte Mal abgestellt wurde. Aber ich schweife ab.

Jedenfalls ist die Innenstadt von Utrecht ein Albtraum für Autofahrer – enge Gassen, viele Fahrräder, optimistische Fahrradfahrer und Fußgänger, und man tut gut daran, sich eher mal in Richtung Schrittgeschwindigkeit zu bewegen – was dann dazu führt, von den Fahrradfahrern überholt zu werden, was das Gefahrenmoment nicht unbedingt verringert. Münster auf Speed. Die Alternativen – Anreise mit Flieger und/oder Bahn, oder Auto irgendwo außerhalb parken und dann mit Öffis in die Innenstadt fahren – habe ich aufgrund von Risikoabwägungen und Planungsaufwand frühzeitig verworfen. In Anbetracht der gemachten Erfahrung würde ich nächstes Mal tatsächlich zur Park+Ride-Taktik tendieren und auf den letzten Kilometern den Öffis vertrauen.

Die Extra-Motivation, um ausgerechnet dieses Konzert zu besuchen, ist ehrlich gesagt eher trauriger Natur. Nach eingehender Beschäftigung mit der Gesamtsituation befürchte ich leider, dass dieses Konzert eine Einzelveranstaltung bleiben wird und die Chancen, dass daraus eine ganze Tour wird, leider recht gering sind. Kommerzielle Realitäten und das Gesamtsetting der Beteiligten, die auf vielen Hochzeiten tanzen, lassen mich das vermuten (und ich hoffe inständig, dass ich mich irre). Also: “once in a lifetime chance”, wenn das keine ausreichende Motivation entfaltet, was denn dann.

Wer die letzten Wochen meine Beiträge hierzublogs gelesen hat (ja, Euch beide meine ich – meine treuen regelmäßigen Leser!), weiß, dass ich mich bezüglich Charlotte Wessels ein wenig dem Fantum hingegeben habe. Ich finde sowohl ihre Sangeskünste als auch ihr Songwriting großartig und dementsprechend war meine Erwartungshaltung bezüglich des Konzerts durchaus im anspruchsvollen Bereich. Und was soll ich sagen: alle meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Was Charlotte Wessels da auf die Beine gestellt hat – angefangen von den Musikern über die liebevolle Setlist bis zur Bühnenshow – Respekt. Für solche Dinge hat der Engländer Wörter wie “awesome”, “phantastic”, “marvellous” oder “sensational” erfunden. Unterstützung von Eli (Elianne Anemaat) am Cello, dazu als Gast Alissa White-Gluz für Toxic, Lizzie und Fool’s Parade – da bleiben keine Wünsche offen. Miteinbezug des Publikums, die Hymne “Masterpiece” für die Patrons, die richtige Mischung bei der Ansprache des Publikums zwischen “für alle” und “für die Hardcore-Fans”. Richtig gut gemacht. Müsste ich einen Kritikpunkt finden, es wäre die erwartet schwierige Umsetzung von “Soft Revolution” in eine überzeugende Live-Version die meiner Wertschätzung für diesen Song gerecht werden würde.

Die Setlist:

  • Ouverture
  • Human To Ruin
  • Superhuman
  • Afkicken
  • Venus Rising
  • Source Of The Flame
  • Cry Little Sister
  • Good Dog
  • Toxic (mit Alissa White-Gluz)
  • Fool’s Parade (mit Alissa White-Gluz)
  • Lizzie (mit Alissa White-Gluz)
  • I forget (mit Eli am Cello)
  • Victor (mit Eli am Cello)
  • A Million Lives
  • FSU (2020)
  • Combustion
  • The Phantom Touch
  • Masterpiece
  • Soft Revolution

Zugaben:

  • The Final Roadtrip (mit Eli am Cello)
  • Against All Odds
  • All You Are

Outro:

  • Utopia

Eigentlich fehlt hier nur “Vigor & Valor” und vielleicht “Go To Sleep” unter meinen Favoriten. Aber ich könnte jetzt auch nicht sagen, was man dafür hätte weglassen sollen, also: alles gut.

Mit größter Freude habe ich außerdem zur Kenntnis genommen, dass viele der Songs in der Live-Performance durch echte Musiker (die “Six Feet Under”-Songs sind ja weitgehend in Isolation am Computer mit Instrumenten-Plugins in Cubase entstanden) wirklich gewonnen haben. Auf eine angenehme Weise wirkten sie für mich im Live-Arrangement rockiger, metalliger. Sehr schön. Außerdem hatte ich das ganze Konzert das Gefühl, dass da gute Freunde zusammen auf der Bühne einen Heidenspaß daran hatten, zusammen zu musizieren, und diese Stimmung ist letztlich auch im Publikum angekommen. Ein Abend unter Freunden, eine wirklich tolle Atmosphäre.

Erfreut kann ich außerdem berichten, dass ich auch dieses Mal viele der Songs textlich neu erfahren konnte. Das passiert mir bei englischsprachigen Künstlern immer wieder, dass ich beim Hören aus der Konserve nicht so auf den Text achte bzw. manchmal so meine Verständnisschwierigkeiten habe und dann zu faul bin die Lyrics nachzulesen. Um dann bei der Live-Performance durch die andere oder bessere Verständlichkeit die Texte neu auffassen zu können.

Nach Konzerten, auf der Heimfahrt, habe ich normalerweise die Angewohnheit, musikalisch eher ein Kontrastprogramm zu fahren. Das war diesmal anders: Tales From Six Feet Under Vol.I, Tales From Six Feet Under Vol.II, alle Songs Of The Month die nicht auf Vol.I und Vol.II zu finden waren, und dann nochmal von vorne. Ich werde dieser Musik nicht überdrüssig.

Very well done, Charlotte Wessels.

Update 2022-08-27: der aufmerksame Leser hat eine Lücke in der Ur-Liste gefunden…Eintrag ergänzt!

Welche Liste eigentlich? Ich hole etwas aus. Andeutungsweise und praktisch nur für Insider verständlich klang das schon mal hier und hier an.

Es war Ende der 80er, Anfang der 90er. Ein eingeschworener Kreis war regelmäßiger Besucher bei Tanzveranstaltungen klassischer Art, der Amerikaner sagt “Ballroom Dancing” dazu. Tanztee bei der Tanzschule Sauber in WN, Tanzpartys der Katholischen Jugend WN in den Gemeindehäusern in Neustadt, Hegnach oder der Kernstadt. Eben was man so machte, wenn einem nach Stilvollerem und Kultivierterem als Disco-Gezappel war.

Während es für Tänze wie Cha-Cha-Cha, Rumba, Jive, (Disco-)Fox oder teilweise sogar Tango mehr als genug Pop-/Rock-Material gab, war die Auswahl für den “Wiener Walzer” oder auch “Schneller Walzer” (weil: recht wenig Wien am Start) schon eher dünn, und so war es eine Art Sport, eine ausreichende Anzahl walzertauglicher Songs zu sammeln. Die daraus resultierende (zumindest im oben genannten eingeschworenen Kreis bekannte) doch eher kurze Liste bestand aus folgenden Popsongs:

  • OMD – Maid Of Orleans
  • Sensus – Sensus
  • Depeche Mode – Clean
  • Erasure – Witch In The Ditch
  • Enya – Caribbean Blue
  • Mecano – Hijo De La Luna (oder als Cover von Loona oder von sehr vielen anderen Künstlern)
  • …und in schwachen Momenten der großen Verzweiflung auch Mandy Winter – Julian

Und nun: Neuzugänge für die Liste. Die Links führen zu YouTube, das heute offenbar das Musikarchiv der Neuzeit darstellt, und während ich das schreibe trauere ich bereits der guten alten Modem- und ISDN-Zeit mit Napster, Gnutella und edonkey nach.

Ergänzungen werden immer gerne per Mail entgegengenommen.

Ergänzung 1 2022-08-27: für die Ur-Liste, da fehlte doch tatsächlich Depeche Mode – Clean (vom Album “Violator”, von dem die meisten vermutlich nur “Personal Jesus” und “Enjoy The Silence” erinnern).

Ich hatte im vorigen Beitrag von einigen Musikneuentdeckungen berichtet, und entgegen meiner sonstigen Gewohnheit “erst mal kaufen, dann eine Weile abhängen lassen, dann auf den Auto-USB-Stick und nach und nach durchhören” kann ich schon jetzt von einigen ersten Ergebnissen und Erfahrungen berichten. Aber nur von einer Künstlerin und einer Band: Charlotte Wessels und Delain.

Das Schmerzhafte vorab: die Band hat sich 2021 getrennt, und wenn man sich die Interviews der Ex-Bandmitglieder danach so anhört oder durchliest, war das Auseinandergehen nicht ausschließlich freundschaftlich (aber immerhin scheinen sich alle Beteiligten recht professionell verhalten zu haben, was in diesem Business ja auch nicht selbstverständlich ist). Und warum ist es schmerzhaft? Weil die Lieder von Delain “genau meine Mucke sind” (wie die coolen Jungs in den 80ern zu sagen pflegten). Einfach mal auf YouTube ein paar der “Official Videos” probehören und dann tiefer in die diversen Alben einsteigen – meine Song-Favoriten sind derzeit: The Gathering, We Are The Others (vor allem die neuere Balladen-Version, die IMHO besser zum Thema des Songs passt), Are You Done With Me, Get The Devil Out Of Me, Breathe On Me, Here Come The Vultures, Stardust, Suckerpunch, Fire With Fire, Burning Bridges, Masters Of Destiny, The Greatest Escape…insgesamt kommt die Musik meinen Hörgewohnheiten sehr entgegen, denn die Alben sind durchgängig von hoher Qualität, quasi kein Song mit großartigem Durchhänger. Also “Alben hören” wie ich es am liebsten mache.

Nun kennt man bzw. mindestens ich das Thema “Band trennt sich” ja von früher. Ich habe Marillion jenseits von Kayleigh auch erst wirklich für mich entdeckt, als Fish schon auf Solopfaden wandelte – und nach der Trennung neigte ich deutlich mehr zu Fish als zur Rest-Band mit neuem Sänger, mit dem ich nie warm wurde. Und genau hier entwickelt sich die Parallele: Charlotte Wessels macht gerade (oder genauer: schon seit Mai 2020, aber ich bin ja “late to the party”) eigenständig weiter und hat sich quasi selbständig gemacht um mittels Fan-Unterstützung über Patreon ihre Kunst unabhängig weiterzutreiben. Und sie ist da sehr rührig: jeden Monat am 13. gibt es einen – der Name ist Programm – “Song Of The Month”, in ganz unterschiedlichen Stilrichtungen, die teils auch sehr weit weg sind vom Delain-Style. Vor allem zeigt das aber, dass Charlottes sensationelle Stimme zu wirklich vielen Stilrichtungen passt. Der beste Song dieser inzwischen 26 Kreationen ist meines Erachtens “Soft Revolution” (das in voller Länge bei YouTube genossen werden kann) – Anhören, gut finden, und vielleicht auch bei Patreon Unterstützer werden. Zugriff auf die “Song Of The Month”-Kollektion gibt es schon im niedrigsten Unterstützerlevel für gerade mal 3€ (zzgl. diverser Gebühren/Steuern) pro Monat, ab 5€ kann man an den “monthly hangouts” teilnehmen, was durchaus Unterhaltungswert hat, wie ich festgestellt habe. Um die ganze Bandbreite aufzuzeigen: direkt nach “Soft Revolution” am besten “Against All Odds” anhören.

Nun kann ich nicht gerade sagen, dass “Fantum” für irgendwas mein Ding ist. VfB-Abstiege habe ich eher achselzuckend zur Kenntnis genommen. Das letzte gecancelte Fish-Konzert – tja, was soll man machen. Keine Konzerte während der Corona-Zeit – einfach hingenommen. Eine Band hat sich getrennt, ohne dass ich sie je live gesehen habe – passiert, nicht so schlimm. Warum also die Patreon-Geschichte bei Charlotte Wessels? Ich habe keine Ahnung. Ich entdecke da einfach viele interessante Aspekte, beispielsweise teilt sie auch diverse Infos über ihren Songwriting-Prozess und wie man heutzutage mit den modernen Computer-Tools solche wirklich professionell anmutenden Produktionen im Alleingang zusammenbauen kann. Aufgrund völliger musischer Talentfreiheit werde ich in meinen Leben ganz sicher niemals einen Song produzieren, aber interessieren tut es mich trotzdem. Wer hätte gedacht, dass Cubase von Steinberg immer noch ein aktuelles Stück Software ist? Kenne ich noch aus den Atari ST-Gründerzeiten, als das noch die führende Low-Cost-MIDI-Plattform war.

Noch mal zurück zu Charlottes großartiger Stimme: ein Amazon-Rezensent hat bei irgendeinem Delain-Album für Charlotte Wessels den Begriff “Goldkehlchen” benutzt. Ich weiß nicht, ob die Verniedlichungsform dieser ausgewachsenen Stimme angemessen ist, aber “Gold” trifft es in jedem Fall.

Ich bin musiktechnisch der klassische CD-Käufer und eher-selten-Streamer. Weil ich sehr viel Wert auf Qualität lege und beim Streaming schon zu oft an dieser Stelle Schwächen identifiziert habe. Also selbst rippen von CD (natürlich mit der eigenen Software), denn natürlich will keiner im Zeitalter der Network-Player (sei es das Mobiltelefon oder der AV-Receiver oder der Blu-Ray-Recorder) dauerhaft zum CD-Discjockey werden. Wer jetzt “CD-Wechsler” sagt: da war das Maximum ja mit dem Sony-Modell für 400 CDs erreicht. Wem soll das denn reichen? Eben. Und für den Genuss im bewegten KfZ haben USB-Stick und Bluetooth eben auch klare Vorteile gegenüber CD-Wechslern.

Während ich früher eher so der immer-mal-wieder-eine-bis-drei-CDs-Käufer war (damals noch zu Lerche-Zeiten – Stuttgarter in meinem Alterskorridor erinnern sich), bin ich heute mehr so der “oh, cool, der Interpret gefällt mir, da kaufe ich gleich mal ein paar bis alle CDs von”-Käufer. Kaufanlässe sind Abi-Treffen (“alle Arena-CDs”), aber vor allem Musik-Dokus. “Metal Evolution”, eine großartige Serie über Heavy Metal und Hardrock, hat mir beispielsweise eine vollständige DragonForce-Sammlung eingebracht.

Nun bin ich seit einiger Zeit Nightwish-Fan (damals, als Musikfernsehen noch eine gute Sache war – “Nemo” gesehen, alle CDs gekauft). Und bin über die neue Sängerin Floor Jansen und Amazon Prime über eine Musik-Doku namens “Soaring Highs and Brutal Lows: The Voices of Women in Metal” gestolpert. Nebenbei bemerkt: inhaltlich interessant und entgegen meiner ersten Befürchtung recht wenig feministisches Gejammere dabei. Jedenfalls veranlasste mich das zum Kauf eines größeren Konvoluts an CDs von After Forever (Floor Jansen), Epica (Simone Simons) und Delain (Charlotte Wessels). Und nach etwas YouTube-Gestöbere auch von Evergrey, Threshold, Visions of Atlantis und Within Temptation. Dabei festgestellt: es gibt eine neue CD von Beyond the Black.

OK, das wird jetzt ein bisserl dauern bis ich mich da durchgehört habe…

Regelmäßige Leser erinnern sich: hier fragte ich, welche drei der genannten fünfundsiebzig Titel meine Lieblings-Tanz-Songs der guten alten Zeit waren.

Enttäuschend: nicht mal die beiden Insider, die damals dabei waren, konnten die Frage beantworten. Schämt Euch 🙂

Genug Pseudo-Spannung erzeugt. Hier die Lösung:

  • Der “Schnelle Walzer” war natürlich einfach: “Maid Of Orleans” von OMD. Ein Klassiker. Und sauschnell.
  • Der Jive war nicht leicht, aber erratbar, weil damals der Klassiker schlechthin: “Tainted Love” von Soft Cell.
  • Die Rumba war echt schwer, weil da reichlich in der Liste standen. Gemeint war “Jerusalem” von Alphaville. Als Alternative hätte ich noch “Some People” von Cliff Richard gelten lassen, aber das stand ja nicht auf der Liste.

Auch den Bonuspunkt kann ich leider nicht vergeben. Meine erste Vinyl-Maxi war “Crockett’s Theme” von Jan Hammer. Synthi-Sound der heute noch begeistert. Im Gegensatz zu den damals gleichzeitig erworbenen drei Singles, über die wir lieber den Mantel des Schweigens ausbreiten.

Sieht so aus, als ob ich zukünftig leichtere Quizfragen stellen muss.

Vor einigen Stunden ging – wieder mal – die große SWR1-Hitparade zu Ende. Für mich ist der Reiz dieser inzwischen jährlichen Veranstaltung lange weg, ganz anders als zur Premiere Ende der 80er mit der Top 1000X (und nachfolgend der Top 2000D als gesamtdeutsche Hitparade und schließlich der Top 1000XL – bevor es dann irgendwie Routine wurde). Ich bin sicher, ich finde noch irgendwo im hubersn-Dungeon die Originaltitellisten aus dieser Zeit – heute gibts die ja zum Download nur mit dem unpassenden SWR1-Logo, wo doch damals alles “für den wilden Süden” war. SDR3, mit Sunday-Point, 6-Tage-Radio, und dem Kino-Kontraindikator Peter Kreglinger. Die Älteren erinnern sich. Vielleicht auch noch an Platz 1501 der Top 1000X und Platz 2006 der Top 2000D. Zwei winzige, unbedeutende Einträge in meinem persönlichen Handbuch des nutzlosen Wissens.

Wie dem auch sei, bei der Hitparade 2019 fällt Platz 5 ins Auge und bringt mich zu einer sehr kurzen Liste von Klassikern des schwäbischen Liedguts und erinnert mich erneut daran, dass es wirklich schwierig ist, schwäbisch “richtig” zu schreiben.

  • Wolle Kriwanek – Stroßaboh
  • Schwoißfuaß – Oinr isch emmr dr Arsch
  • Grachmusikoff – Drägglacha Blues
  • Friedi – Schwaben-Rap
  • Füenf – Mir im Süden
  • Pferdle & Äffle – Hafer- und Bananenblues

Es scheint einen leichten Blues-Überhang im Schwobaländle zu geben. Really Sentimental Songs.

Wir halten kurz inne in Gedenken an Wolle Kriwanek, der viel zu früh verstorben ist.

Aus aktuellem Anlass habe ich meine Favoriten aus alten Zeiten sowie ausgewählte neuere Stücke der Rocker aus Down Under zusammengestellt. Unbedingt in dieser Reihenfolge anzuhören, die ist wirklich liebevoll ausgetüftelt. Oder es war ein Zufallsgenerator. Wir werden es nie erfahren.

Nur wer auf Anhieb sagen kann, welches Album hier am häufigsten vertreten ist, kann als AC/DC-Kenner durchgehen!

  • Highway To Hell
  • Hells Bells
  • T.N.T.
  • The Jack
  • Who Made Who
  • Thunderstruck
  • Touch Too Much
  • Night Prowler
  • Stiff Upper Lip
  • Walk All Over You
  • Back In Black
  • You Shook Me All Night Long
  • For Those About To Rock

Bisher erschienen in der Reihe “Playlists”:

Als Kind der 80er (“Kind” im Sinne von “damals in der Musikcharts- und Bravo-Phase”) bin ich natürlich geprägt von den klassischen 4-Minuten-Popsongs dieser Zeit. Im Gegensatz zu den eher schwermütig-experimentell-flower-powerigen 70ern echte musikalische Zuckerwatte – süß und leicht verdaulich.

Nun habe ich in meiner großen 80er Playlist vielleicht 200 bis 300 Titel gesammelt (und das ist nur Stilrichtung “Pop” bis “Rock”, also ohne die NDW-, die ProgRock- und die Heavy-Fraktion, aber auch ohne die “ganz klassischer Rock”-Fraktion wie Pink Floyd oder Dire Straits – ja, das ist die pure Willkür, aber es ist meine Willkür!), und so wurde ich letztens von der Frage nach meiner persönlichen “Top 3” der 80er doch kalt erwischt. Die Lieder, die mir nach kurzem Hirnen eingefallen sind, sind nach längerem Nachdenken vielleicht doch eher so Top 20 statt Top 3, und so wollte ich – solange die Frage noch frisch und präsent ist – mal schriftlich festhalten, was nach etwas längerem Nachdenken nun tatsächlich Sache ist. In meinem Alter braucht man ja oft Gedächtnisstützen, man kann sich ja nix mehr merken…

Hauptmerkmal all dieser Song-Erinnerungen ist die Tendenz zu lautem Mitsingen (natürlich nur in “geschützten Räumen”, in denen ich gleichzeitig einziger Zuhörer bin – Folter ist ja generell untersagt) zu verleiten, und zwar schon bei den ersten Takten. Ebenfalls eine Tendenz zum “Repeat”. Und der niemals-dran-satthören-Effekt. Die Latte liegt also hoch.

Genug der Vorrede, nachfolgend die Liste. Es sind dann doch ein paar mehr Titel geworden als die zunächst angepeilten 20…die ersten drei dürfen als die gesuchte “Top 3” betrachtet werden, könnte aber nächste Woche schon anders aussehen. Es ist eben sauschwer, da eine Reihenfolge festzulegen. Wie entscheidet man sich zwischen der Ballade und dem fetzigen Gassenhauer? Das ist wie die Frage, ob eine Komödie oder ein Actionfilm “besser” ist.

  • Marillion – Kayleigh
  • Foreigner – Juke Box Hero
  • Alphaville – Forever Young
  • Slade – My Oh My
  • Rick Springfield – Celebrate Youth
  • a-ha – Take On Me
  • Don Henley – The Boys Of Summer
  • Kenny Loggins – Welcome To Heartlight
  • Billy Idol – Rebel Yell
  • Whitesnake – Here I Go Again
  • Queen – Who Wants To Live Forever
  • Richard Marx – Right Here Waiting
  • Camouflage – The Great Commandment
  • Depeche Mode – People Are People
  • Bon Jovi – Runaway
  • Kim Wilde – Kids In America
  • Cyndi Lauper – Time After Time
  • The Police – Every Breath You Take
  • Michael Jackson – Billie Jean
  • U2 – With Or Without You
  • Blondie – Call Me
  • Men At Work – Down Under
  • Survivor – Burning Heart
  • Berlin – Take My Breath Away
  • Bryan Adams – Summer of ’69
  • Bangles – Eternal Flame
  • Toto – Africa
  • Hall & Oates – Maneater
  • Simple Minds – Belfast Child
  • Scorpions – Still Loving You
  • New Order – True Faith
  • Soft Cell – Tainted Love
  • Billy Joel – Leningrad
  • White Lion – When The Children Cry
  • OMD – Maid Of Orleans
  • Duran Duran – Wild Boys
  • Frankie Goes To Hollywood – Relax
  • Van Halen – Jump
  • Pat Benatar – Love Is A Battlefield
  • Cat Stevens – Father And Son
  • Phil Collins – In The Air Tonight
  • Genesis – Land Of Confusion
  • Jan Hammer – Crockett’s Theme
  • Spandau Ballet – Through The Barricades
  • Heart – Alone
  • John Waite – Missing You
  • REO Speedwagon – Can’t Fight This Feeling
  • Mr Mister – Kyrie
  • John Parr – St. Elmo’s Fire
  • Asia – Voice Of America
  • Peter Cetera – Glory Of Love
  • Cheap Trick – The Flame
  • Starship – We Built This City
  • Chris de Burgh – Don’t Pay The Ferryman
  • Midnight Oil – Beds Are Burning
  • Bronski Beat – Smalltown Boy
  • Erasure – Oh L’Amour
  • Ultravox – Hymn
  • Twisted Sister – We’re Not Gonna Take It
  • Yazoo – Don’t Go
  • Pet Shop Boys – It’s A Sin
  • Jennifer Rush – The Power Of Love
  • Mike Oldfield – Shadow On The Wall
  • Fiction Factory – Feels Like Heaven
  • John Farnham – You’re The Voice
  • Roxette – It Must Have Been Love
  • Marillion – Incommunicado
  • a-ha – The Sun Always Shines On TV
  • Billy Idol – White Wedding
  • Kenny Loggins – Danger Zone
  • Survivor – Eye Of The Tiger
  • Foreigner – I Want To Know What Love Is
  • Alphaville – Jerusalem
  • Simple Minds – Don’t You Forget About Me
  • Mr Mister – Broken Wings

Ich hoffe, ich habe mich bei keinem Titel im Jahrzehnt geirrt…

Das waren also die 80er. Wer nicht bei jedem Titel direkt mindestens den Refrain im Kopf hat, war nicht dabei.

Und dazu das aktuelle Quiz: wer als erstes herausfindet, welche der drei Titel zu den guten Erinnerungen an die sonntäglichen Besuche des “Tanztees” in der Tanzschule Sauber in WN gehören, bekommt eine Einladung zum Essen. Nützlicher Tipp: man tanzt auf die gesuchten drei Titel Jive, Rumba und Schneller (denn mit Wien hat es wirklich nichts zu tun) Walzer. Insider, die damals mit dabei waren, sind von der Teilnahme selbstverständlich ausgeschlossen 🙂 Teilnahme per E-Mail, Einsendeschluss ist der 31.12.2019 (macht ein Einsendeschluss Sinn, wenn nur der erste richtige Einsender gewinnt?). Es gilt das Datum der Mail. Bonuspunkte für das Erraten meiner ersten Vinyl-Maxi-Single.

Bisher erschienen in der Reihe “Playlists”: