Schlechte Filme gibt es zuhauf. Schlechte Fortsetzungen auch. Hier haben wir beides in perfekter Symbiose. Die vorherigen Resident Evil-Teile waren ja schon eher schlecht. Aber der hoffentlich wirklich letzte Teil der Reihe gibt dem Wort „schlecht“ eine neue Bedeutung. Gruselige schauspielerische Leistungen, Logiklücken durch die ein LKW passt, dazu noch 3D für’n Arsch. Man ist regelrecht froh, wenn ein paar Zombies durchs Bild laufen, dann wird man vor anderen noch schlimmeren Dingen bewahrt – wie z.B. die kläglichen Versuche, die „Handlung“ voranzubringen.

Und Milla wird auch nicht jünger.

Bleibt nur eine Frage offen: was ist die Steigerung von Megaflop?

Wer erinnert sich noch an xXx 2? Der Film krankte nicht nur – genau wie Fast & Furious 2 – an der Abwesenheit von Vin Diesel, sondern auch an einer schmalen Story, die von der Action nicht adäquat kompensiert werden konnte. Allein die merkwürdige Autoszene, wo das übliche Tempo auf deutschen Autobahnen als irgendwie besonders rasant dargestellt wurde. Dazu der nicht überzeugende Hauptdarsteller.

Nun also der dritte Versuch. Diesmal wieder mit Vin Diesel als Xander Cage. Und es ist ein Action-Feuerwerk. Die Hauptidee der Story kann man glatt vergessen und rangiert zwischen hanebüchen und abstrus. Aber diesmal macht die Action die Storylücken mehr als wett. Und es gibt ein paar wirklich witzige Szenen und Dialoge, die durchaus auch einen Anflug von Selbstironie erkennen lassen – das ist mir immer sympathisch. Die Reminiszenzen an die ersten beiden Teile sind teilweise subtil, aber gelungen.

Und nun warten wir geduldig darauf, wann nach „Der WiXXer“ und „Neues vom WiXXer“ auch endlich bei dieser Filmreihe der versprochene dritte Teil namens „Triple WiXX“ erscheint. Vermutlich werden wir ewig warten müssen, denn das Projekt wurde offiziell begraben. Aber: sag‘ niemals nie.

Nachtrag: 3D kann man sich schenken. Stört mehr als es nützt. Also fast wie immer.

Die Auswertung der unbestechlichen Statistik-Bewertungs-Datenbank unserer Kino-Abstimmungssoftware CinePoll hat folgende Kinofilm-Top-Ten für das abgelaufene Jahr 2015 ergeben (Gesamtzahl der gesehenen Filme: 49):

  • Deadpool
  • The First Avenger: Civil War
  • Rogue One
  • Zoomania
  • Sausage Party
  • London Has Fallen
  • X-Men: Apocalypse
  • Jack Reacher 2
  • Doctor Strange
  • The Accountant

Ab Platz 8 bis Platz 16 ist es allerdings hauchdünn – Findet Dorie, The Mechanic 2, Star Trek: Beyond, Bastille Day, The Nice Guys und Pets liegen sehr dicht beieinander – da entscheidet die Tagesform des Kinogängers, was bevorzugt wird.

Alles in allem ein recht gutes Kinojahr mit einer Durchschnittsnote von 2,48, leichter Aufwärtstrend gegenüber letztem Jahr – nicht in der Spitze, aber wir haben tatsächlich gar keinen üblen Flop gesehen in 2016. Die schlechtesten Noten bekamen „Money Monster“ und „Collide“, und sogar die waren noch besser als die 4. Für den letzten echten Flop müssen wir ins Jahr 2014 zurückgehen, wo „The Signal“ einsam die rote Laterne hält.

Dank Disney ist nun ja – vermutlich mindestens solange die Zahlen stimmen – jedes Jahr Star-Wars-Zeit. Ich gehöre nun nicht zu den verbissenen Star-Wars-Fanatikern, aber ich weiß solide Science Fiction zu schätzen. Jedenfalls finde ich – für den Moment – die Disney-Vorgehensweise deutlich angenehmer als die alte Lucas-Schule mit den ständigen Neuaufgüssen der alten Klassiker, seien es ein paar zusätzliche Sekunden Film, ein paar zusätzliche grafische Effekte, sinnlose Änderungen, schlecht animierte Spin-Off-Serien oder eine völlig missglückte 3D-Version von Episode I.

Diesmal also „Rogue One – A Star Wars Story“. Kein Teil irgendeiner Trilogie, sondern zeitlich direkt vor „Krieg der Sterne“ (dem ersten Film aka „Star Wars“ aka „A New Hope“ aka „Episode IV“) angesiedelt. Die Handlung: ausführlich in 2h darstellen, was in Episode IV kurz als „viele gute Männer haben ihr Leben dafür gegeben“ beschrieben wird: die Beschaffung der Baupläne des (ersten und originalen) Todessterns.

Ich war insgesamt sehr zufrieden – gute Action, nicht allzu viele logische Brüche in der Handlung, recht überzeugende schauspielerische Leistungen, nur die üblichen erzählerischen Merkwürdigkeiten (Drehbuchautoren nennen das wohl „Freiheiten“). Durchaus einen Kinobesuch wert.

Filme, die gute Kritiken bekommen, sind per se verdächtig. Wenn dann auch noch die wissenschaftliche Unterfütterung durch einen eher drögen Zweig wie Linguistik gefeiert wird, ist höchste Vorsicht geboten. Aber das Kinoprogramm gab gerade nix her, also sind wir in „Arrival“ gelandet.

Der Film ist deutlich besser und kurzweiliger als befürchtet, wenn auch absolut gesehen eher langatmig und voller aufgeblasener unwichtiger Details. Mit einer eher enttäuschenden End-Message. Moralisierende Film-Messages sind ermüdender als erzwungene Happy-Ends.

Was bleibt, ist die Frage, warum sich die Freunde der deutschen Synchronisation kein deutschsprachiges Äquivalent zu „Abbott und Costello“ einfallen ließen. Bisher kannten nur die wenigsten von mir Befragten Abbott und Costello. Ich kenne die auch nur zufällig, weil mal das YouTube-Video ihres legendären Sketches „Who’s on first“ die Runde gemacht hat. Dieser Sketch hat sogar einen Eintrag in der deutschen Wikipedia – viel berühmter geht es nicht. Enzyklopädiewürdigkeit und so.

Aber nach längerem Nachdenken fällt mir kein deutschsprachiges Äquivalent ein, das breite Bekanntheit genießt. An Krüger und Gottschalk („Die Supernasen“) erinnern sich nur die Kinder der 80er. „Häberle und Pfleiderer“ ist ein rein schwäbisches Phänomen. „Henni und Gerd“ kennt man nur als Badesalz. „Schmidt und Feuerstein“ ist nur noch Randgruppen bekannt. „Tünnes und Schäl“ ist zu kölsch. „Erkan & Stefan“ sind längst vergessen – und man hätte dann einem der Außerirdischen ein Handtuch umhängen müssen.

Eine Komödie im Dunstkreis des Flüchtlingsthemas. Da befürchtet der erfahrene Kinogänger natürlich gleich den moralinsauren Einschlag gepaart mit Pseudowitzigkeit und Gutmenschenbotschaft.

Alles Vorurteile. Eine herrlich frisch-witzige Kommödie. Ich mag weder Heiner Lauterbach (m.E. seine letzte gute Rolle: Kommissar Dorn in der Reihe Eurocops) noch Senta Berger. Aber beide liefern hier großartige Leistungen ab. Dazu auch überzeugend: Elyas M’Barek, Uwe Ochsenknecht und Palina Rojinski. Es gab in letzter Zeit nichts Witzigeres in deutschen Kinos.

 

Ich bin großer Fan der Reacher-Bücher von Lee Child, die ich allesamt gelesen habe. Auch den ersten Reacher-Film fand ich großartig, obwohl nicht besonders nah am Buch. Und wer die Figur des Jack Reacher über die Bücher kennenlernt, wird natürlich niemals auf Tom Cruise als Darsteller kommen. Tat dem Film aber keinen Abbruch.

„Kein Weg zurück“ basiert auf dem neuesten auf Deutsch erschienenen Reacher-Roman „Die Gejagten“. Tja, das hat der Verlag davon, sich so weit vom Originaltitel „Never go back“ zu entfernen. Ich bin gespannt, ob es eine Neuauflage mit dem Kinotitel gibt (siehe auch: Die Bourne-Identität).

Als Fan der Bücher blutet einem natürlich das Herz, wenn jetzt ausgerechnet der letzte Teil der Susan-Turner-Tetralogie verfilmt wird, schmälert es doch die Chancen auf eine Verfilmung vieler Bücher. Auf der anderen Seite bauen die Reacher-Bücher nicht unbedingt strikt aufeinander auf, so dass die Hoffnung weiterlebt. Zumal ich der Meinung bin, dass eine gewisse „Buchferne“ bisher den beiden Filmen keinen wirklichen Abbruch getan haben. Ich bin allerdings auch keiner, der mit dem „The Book Was Better“-T-Shirt im Kino sitzt.

An der Kinokasse scheint der zweite Teil besser zu laufen als der erste (nach dessen US-Einspielergebnis galt die Reihe ja fast schon als tot), und die Produktionskosten hielten sich im Rahmen. Also nicht superprofitabel, aber auskömmlich profitabel. Nachdem Hollywood gerade im konservativen Fortsetzungsmodus arbeitet, habe ich große Hoffnung, dass wir auch einen dritten Reacher-Film genießen dürfen.

Echte anarchistische Filme im Kino sind selten geworden. Die kommerziellen Realitäten in Hollywood lässt die Produzenten, Regisseure und Studios eher konservativ agieren. Fortsetzung um Fortsetzung erreicht die Kinos, und zwischendrin ein paar Nicht-Fortsetzungen dafür auf Basis altbewährter Strickmuster.

„Sausage Party“ ist da ganz anders. Das Wort, das den Film am besten beschreibt, ist wahrscheinlich „verstrahlt“. Er strotzt geradezu vor Kreativität, schrägen Ideen und Nonkonformismus. Ein Anti-PC-Film könnte man sagen. Der zum Beispiel das Rassismus-Thema herrlich anarchistisch aufgreift. Und gleichzeitig voller sexueller Anzüglichkeiten steckt.

Ich bin mit dem Review etwas spät dran, der Film läuft aktuell kaum mehr. Also: DVD oder Blu-Ray heute noch vorbestellen. Erscheint leider erst im April 2017. Und nicht vergessen: ein Kinderfilm ist es definitiv nicht.

In letzter Zeit kamen einige recht gute Animationsfilme im Kino. „Die Pinguine aus Madagascar“, „Zoomania“ oder auch „Pets“. Nun ist also mal wieder Pixar dran: mit dem zweiten Teil von „Findet Nemo“ namens „Findet Dorie“.

Die gute Nachricht zuerst: der Pixar-übliche Vorfilm war diesmal absolut erträglich – ich erschauere immer noch, wenn ich an den unsäglichen Vulkanfilm „Lava“ denke, der bei „Alles steht Kopf“ der Vorfilm war. Jetzt also „Piper“, ein sehr vergnüglicher Kurzfilm über einen muschelsammelnden kleinen Vogel. Der Film zeigt auch sehr schön die Fortschritte bei der Animationstechnik – früher sah Wasser einfach scheiße aus, jetzt beinahe echt.

Wichtigster Verdienst des Films „Findet Dorie“: endlich wird aufgeklärt, warum Dorie so gut walisch spricht. Sehr kreativ. Die Story ist manchmal etwas rührselig, aber immerhin wird nicht unnötig gesungen. Insgesamt ein Spaß für Jung und Alt. Leider ohne die Haie aus „Findet Nemo“, dafür wieder mit Anke Engelke und Christian Tramitz als Synchronsprecher. Und mit einem Septopus. Großartig.

Schade nur, dass alle möglichen Leute wieder irgendwelche Botschaften dem Film zuschreiben – nicht zuletzt, dass es super sei, dass nun ein Doktorfisch im Rampenlicht steht, weil der Run auf die Clownfische damals bei „Findet Nemo“ ja quasi zur ökologischen Katastrophe geführt habe. Die gut eingearbeiteten Lehrstunden in Tier- und Umweltschutz werden gelobt – man wird halt nicht müde, selbst in unschuldigem Spaßkino den pädagogischen Zeigefinger hineinzugeheimnissen. Mein Rat: einfach anschauen und Spaß haben.

Nach dem Film kam es auf der Heimfahrt zur üblichen Polizeikontrolle zur Wasen-Zeit. Ich erzählte dem Polizisten, dass ich nicht auf dem Wasen war, sondern im Kino „Findet Dorie“ angeschaut habe, worauf er mit der Taschenlampe auf die Rückbank leuchtete, vermutlich weil er dort ein paar Kinder vermutete :-)

Und, lieber Ufa-Palast: „Findet Dory“ ist eine schlechte Mischung aus dem englischen und deutschen Titel des Films. Und sowas sollte man nicht auf Eintrittskarten drucken.

Man mag Hollywood vorwerfen, nur noch auf „Nummer Sicher“ zu gehen – Remakes und Fortsetzungen. Aber starke Stoffe sind eben rar, und ein gutes Remake ist allemal vergnüglicher als ein schlechtes Original. „Die Glorreichen Sieben“ ist ein Westernklassiker erster Güte (der seinerseits ja schon ein Remake von „Die sieben Samurai“ ist), der mich schon als Kind begeistert hat. Ganz im Gegensatz zu anderen sogenannten Klassikern, die ich meistens öde und langweilig fand (Ben Hur, Die zehn Gebote, die meisten Western mit John Wayne). Ähnlich gute Erinnerungen habe ich eigentlich nur an „Gesprengte Ketten“ und „Agenten sterben einsam“. Das nur nebenbei.

Zurück zu den „Glorreichen Sieben“. Die Besetzung des Originals war ja auch großartig: Yul Brunner, Charles Bronson, Horst Buchholz, Steve McQueen. Dazu die sensationelle Titelmusik. Die Latte lag also hoch fürs Remake.

Aber die Neuverfilmung ist durchaus gelungen. Mit eigenem Charme, mit guten Darstellern, mit vielen Zitaten beim Original aber trotzdem ausreichend Eigenständigkeit. Ich mochte den Film. Vermutlich wird er kein Klassiker, aber gute Unterhaltung bietet er nichtsdestotrotz.

Solange jetzt nicht jemand auf die Idee kommt, den unsäglichen vierten Teil der Reihe „Der Todesritt der Glorreichen Sieben“ einer Neuverfilmung zu unterziehen…

Auch merkwürdig: meine erste Assoziation bei „Die Glorreichen Sieben“ ist immer die Szene aus dem Otto-Film, wo der Filmtitel die Geheimparole ist und per „stiller Post“ grandios verfremdet wird – „Das Rohr neigt gen Süden“ – „Ein Tor reicht zum Siegen“ – „Der Chor schreit im Liegen“ – „Die Moorleichen fliegen“. Wahrscheinlich frühkindliche Prägung.