Über 25 Jahre war es liebgewonnene Tradition – Rosenmontag mit Grachmusikoff in Ludwigsburg in der Scala (oder entsprechenden Ausweichquartieren während der Renovierung). Ein Stück schwäbische Kultur im ansonsten kaum erträglichen „bunten Treiben“ genannt Fasching.

Leider haben die Grachers ja Ende 2017 endgültig Schluss gemacht. Am 28.12. fand das letzte der drei Abschiedskonzert in Tübingen statt. Und im Gegensatz zu den „Abschieden“ von Kandidaten wie a-ha oder den Rolling Stones denke ich schon, dass es die Jungs von Grachmusikoff ernst meinen.

Danke für viele großartige Konzerte. Too old to die young! Auf YouTube kann man sich das erste der drei Tübinger Abschiedskonzerte vom 26.12.2017 anschauen. Und auch das zweite vom 27.12.2017. Und natürlich auch das dritte und letzte vom 28.12.2017.

Seit Urzeiten befindet sich in unserem Haushalt ein Kontaktgrill. Hauptsächlich zur Herstellung von Schinken-Käse-Toasts, aber ab und zu wird er auch zum Grillen von Steaks oder Hamburger-Buletten verwendet.

Der erste seiner Art war ein schönes Modell von Grossag. Gusseisen-Platten, Edelstahl, sehr robuste Angelegenheit. Nicht immer einfach zu reinigen, weil die Grillplatten fest montiert waren. Aber sehr langlebig.

Beim nächsten Modell, einem Rommelsbacher, wurde beim Kauf darauf geachtet, dass die Grillplatten abnehmbar und spülmaschinengeeignet sind. Ebenfalls ein schönes, zuverlässiges, langlebiges Gerät. Nur die Antihaftbeschichtung der Grillplatten war irgendwann beschädigt, tat aber der Sache keinen Abbruch – die Reinigung wurde halt etwas aufwändiger.

Dann gab es einen Grundig, ich denke es war ein CG 5040. Im Prinzip ähnlich wie der Rommelsbacher, aber die Antihaftbeschichtung war noch etwas schneller hinüber. Funktioniert aber heute noch und wird auf unseren Doko-Ausflügen immer noch eingesetzt.

Beim nächsten Kontaktgrill habe ich dann ausführlichst recherchiert, zig Rezensionen durchgearbeitet, das gesamte Lieferprogramm von Bosch über WMF bis Tefal evaluiert. Die Kriterien waren: es sollte sowohl Kontaktgrillen als auch überbacken (also Kontaktgrillstellung mit am besten variabler, aber fix einstellbarer Distanz der oberen Grillplatte) als auch Tischgrillen (aufgeklappt, also eine ebene doppelt große Grillfläche) möglich sein, die Grillplatten natürlich abnehmbar und spülmaschinengeeignet, mit gescheiter Antihaftbeschichtung. Am Ende wurde es ein BEEM Pro-Multi-Grill 3-in-1. Produktbeschreibung und Rezensionen legten nahe, dass vor allem die Grillplatten-Antihaftbeschichtung sehr gut und langlebig sei. Die erste mir zugesandte Version war direkt die UK-Variante, sprich falscher Stecker für die Steckdose. Wurde natürlich problemlos und zeitnah umgetauscht, also kaum ein erwähnenswertes Problem. Aber was soll ich sagen? Die ausführliche Recherche wurde „belohnt“ mit dem schlechtesten Kontaktgrill aller Zeiten.

Das fängt damit an, dass die Aufheizdauer unglaublich lang ist. Das Gerät schaltet in der Aufheizphase viel zu schnell ab, lange bevor die Grillplatten eine anständige Temperatur erreicht haben. Das ist bei Toasts jetzt nicht so kritisch, aber wenn man das Fleisch zu früh drauflegt, wird es eher gekocht als gegrillt. Ich habe die Temperatur nie gemessen, aber ich bezweifle, dass sie bei meinem Modell jemals über 150 Grad Celsius steigt. Wie man inzwischen einigen Rezensionen auf Amazon.de entnehmen kann, scheint das ein allgemeines Problem zu sein.

OK, Haupteinsatzzweck war ja die Zubereitung von Toast, und Grillen tut man ja eh im Freien mit dem Weber Holzkohle-Grill. Der Mangel wog also nicht so schwer, dass man nicht damit leben konnte.

Einige Monate später stellte sich heraus, dass eine Grillplatte deutlich besser antihaftend war als die andere. Klingt komisch, ist aber so. Wenn man nach einer längeren Burger-Grillsession zur Reinigung schritt, waren bei der einen Grillplatte die Reste quasi mit heißem Wasser und etwas Spüli mit einem einfachen Lappen leicht entfernbar, bei der anderen Grillplatte musste deutlich mehr Mühe investiert werden.

OK, Haupteinsatzzweck war ja die Zubereitung von Toast, und beim seltenen Indoor-Grillen kann man ja einfach sich auf die leichter zu reinigende Seite konzentrieren. Der Mangel wog also nicht so schwer, dass man nicht damit leben konnte.

Neulich, pünktlich nach Ablauf der zwei Jahre Gewährleistungsfrist, ereilte den Grill aber die endgültige Disqualifikation. Ich grillte gemütlich ein paar Burger-Patties und ärgerte mich nur ganz wenig über die zu geringe Hitzeentwicklung des Grills. Geduldig verfolgte ich den gleichmäßigen Ablauf des überschüssigen Fetts in die Fettauffangschale (wenn wir schon bei Kritik am Grill sind – das ist ein ganz windiges Stück Plastik). Irgendwann war durchgegart, die Burger wohlschmeckend, die Grillplatten abgekühlt und ich schritt zur Reinigung. Die Grillplatte war schnell sauber, die Fettauffangschale auch, alles schien bestens. Ich nahm den Grill von seinem Betriebsgrillplatz unter der Dunstabzugshaube und wollte ihn schwungvoll in die Schublade gegenüber zu seinem Aufbewahrungsgrillplatz transferieren, als plötzlich eine nicht geringe Menge Fett auf den Küchenboden träufelte. Leicht irritiert stellte ich den Grill wieder auf die Arbeitsplatte und untersuchte, wo denn nun plötzlich das Fett herkam. Es triefte aus kleinen Schlitzen am Boden des Grills, die neben der Fettauffangschale platziert waren. Hmmm. Ich entfernte die Grillplatte und montierte das festgeschraubte Heizelement mitsamt Abdeckung auf, um nachzuschauen. Da packte mich das kalte Grausen: im Innern des Grills hatte sich Fett aus vermutlich allen Betriebsjahren gesammelt, inklusive Fleischresten. Lecker. Also: die Fehlkonstruktion direkt auf den Müll befördert.

Nach dem Kontaktgrill ist vor dem Kontaktgrill, und so begann wieder die Recherche. In der engeren Auswahl (logischerweise fielen alle mit dem disqualifizierten Modell augenscheinlich baugleichen Modell direkt raus):

  • Tefal GC702D Optigrill
  • Tefal GC712D12 Optigrill plus
  • Tefal GC722D Optigrill plus XL
  • Tefal GC3060
  • DeLonghi CGH 1020 D MultiGrill
  • Bosch TFB4431V
  • Philips HD4467/90
  • Rommelsbacher KG 2020
  • TZS First Austria – 2000W elektrischer Kontaktgrill
  • WMF LONO Kontaktgrill 2-in-1

Wenn man sich durch die Rezensionen kämpft, stellt man erschrocken fest, dass offenbar das Thema „Grill wird nicht richtig heiß“ fast ein durchgängiges Problem ist. Unglaublich. Bei einer (angegebenen) Leistungsaufnahme von üblicherweise um die 2000 Watt sollte es doch möglich sein, eine gleichmäßige und ausreichend starke Hitzeentwicklung hinzukriegen?

Also habe ich beschlossen, meine Auswahlkriterien intelligent anzupassen: ich habe einen Grill genommen, der meinem Spieltrieb entgegenkommt (Display! Getrennt regelbare Temperaturen! Mit App!), und der keine einzige negative Rezension hat, schlicht und einfach weil er gar keine Rezension hat. Und zudem noch der teuerste war. Es ist der DeLonghi CGH 1020 D MultiGrill geworden. Amazon.de liefert morgen, ich bin gespannt, was ich zu berichten habe…

Gerade noch rechtzeitig im Januar, da wirken Jahresrückblicke noch nicht ganz so peinlich…
Die Auswertung der unbestechlichen Statistik-Bewertungs-Datenbank unserer Kino-Abstimmungssoftware CinePoll hat folgende Kinofilm-Top-Ten für das abgelaufene Jahr 2016 ergeben (Gesamtzahl der gesehenen Filme: 45):

  1. Killer’s Bodyguard
  2. Guardians of the Galaxy Vol.2
  3. John Wick Chapter 2
  4. Atomic Blonde
  5. Lommbock
  6. Fast & Furious 8
  7. xXx 3: Die Rückkehr des Xander Cage
  8. Ich – Einfach unverbesserlich 3
  9. Why him?
  10. Thor – Tag der Entscheidung

Knapp die Top 10 verpasst haben „Fack Ju Göhte 3“ und „Spier-Man – Homecoming“. Obwohl nicht ganz furchtbar schlecht war vermutlich doch Star Wars 8 die Enttäuschung des Jahres. Schlimmer sind eher die Auswirkungen, wenn so ein Blockbuster wie Star Wars um die Weihnachtszeit in den Kinos läuft – es ist quasi die Garantie für einen sehr verhaltenen Start ins neue Kinojahr, weil niemand gegen den großen Blockbuster antreten will.

Immerhin waren auch üble Flops 2017 Mangelware, am schlechtesten war zweifellos „Girls‘ Night Out“, eine Pseudo-Komödie die es tatsächlich geschafft hat den besten Gag des Films nur im Trailer zu haben. Danach ist als Flop noch „Ghost in the Shell“ in Erinnerung, aber der war jetzt nicht so furchtbar schlecht. Da gab es wahrlich schlechtere Jahre.

Mitte Dezember hatte ich darüber berichtet, dass ich aus gesundheitlichen Gründen ein wenig abgespeckt habe. Erstaunlich viele Leute haben sich für „das Erfolgsgeheimnis“ interessiert, deshalb wollte ich hier mal meine Strategie zur Gewichtsreduktion aufschreiben. In den Weiten des Internets weiß ja fast jeder etwas zum Thema „Abnehmen“, von den tausenden Printerzeugnissen vor allem aus dem Genre Frauenzeitschrift ganz zu schweigen. Und jeder hat sein Patentrezept. Natürlich auf streng wissenschaftlicher Basis.

Meine Strategie hat keinerlei wissenschaftliche Basis. Ich weiß gar nicht, ob sowas wie Ernährungsratschläge überhaupt eine saubere wissenschaftliche Basis haben können, zumindest bezüglich dem, was ich als „wissenschaftlich“ akzeptieren würde. Doppelblindanordnung. Streng kontrollierte Bedingungen. Reproduzierbarkeit. Da jeder Mensch anders ist, erscheint mir das unmöglich. Also: keine wissenschaftliche Basis für meine Strategie. Aber meine Strategie hat einen unschlagbaren Vorteil: ihr Erfolg ist experimentell nachgewiesen. Bei genau einer Person – mir. Und darauf kommt es schließlich an. Zumindest mir.

Zwei Überlegungen standen am Anfang: Eher den Input (Kalorienaufnahme) zu reduzieren, oder eher den Output (Kalorienverbrennung) erhöhen. Nach allem, was ich gelesen habe, ist es fast unmöglich, allein mit Erhöhung des Outputs signifikante Gewichtsreduktion zu erzielen. Denn Bewegung – zumindest im notwendigen Umfang – kostet unglaublich viel Zeit. Es ist praktisch unmöglich, das im Alltag einzubauen. Und alles, was signifikant Zeit kostet, für das man Aufwand treiben muss, erfordert sehr viel Konsequenz und Disziplin. Beim Input hingegen kostet das Drehen an ein paar Schrauben kaum Aufwand.

Aus gesundheitlichen Gründen jenseits der Gewichtsabnahme habe ich mein Bewegungspensum trotzdem etwas erhöht – einmal die Woche Schwimmen (ca. 1h), einmal die Woche Tischtennis (ca. 1,5h), jeden Tag ein flotter Spaziergang (30min). Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass dieses Minimalprogramm signifikant Einfluss auf das Gewicht hatte. Aber vielleicht unterstützt es etwas. Geschadet hat es vermutlich nicht.

Also zum Input. Ernährungsumstellung ist das Zauberwort, ohne das kein „Erfolgsgeheimnis“ auskommt. Hier sollte man sich dringend vorher sehr gut überlegen, inwieweit man in der Lage ist, so eine Umstellung dauerhaft durchzustehen. Ständiger Hunger, Verzicht auf Genuss, das sind die Bausteine für einen frühen Fehlschlag. Quintessenz: überlegen, was man den Rest seines Lebens essen will, und das dann optimieren. Meine grundlegende Idee: Reduzierung der Kohlenhydrate, vor allem die mit dem hohen glykämischen Index, Verlagerung hin zu Gemüse, „Five-a-day“ in der Zusammensetzung 4x Gemüse/Salat und 1x Obst, leichte Erhöhung bei den Ballaststoffen. Es hilft ungemein, wenn man viele verschiedene Dinge sehr gerne isst, so dass man ein wenig jonglieren kann, was man forciert und was man reduziert. Und man sollte sich klarmachen, dass es ohne ein wenig Verzicht auf keinen Fall geht. Man muss eben nur den Verzicht so gering wie möglich halten, damit man keine übermenschliche Disziplin zum Durchhalten braucht.

Der Tag beginnt mit dem Frühstück, und mein Tag begann immer mit einem „süßen“ Frühstück. Himbeermarmelade, Honig, mal Vollkorn-Brot, mal klassisches Weißmehl-Brot oder -Brötchen Das habe ich umgestellt auf konsequent Vollkorn (gerne selbst gebacken – wer weiß schon, was der Bäcker um die Ecke unter „Vollkorn“ versteht), sowie Schinken oder Filet oder Putenbrust oder Hähnchenbrust sowie Frischkäse (Empfehlung hier: Exquisa Joghurt – wenig Fett, wenig Zucker, schmeckt fast wie das doppelrahmige Original). Ei geht auch immer, ob weichgekocht oder als Spiegelei oder als Rührei.

Das Mittagessen habe ich kaum verändert – rund um meinen Arbeitsplatz gibt es eine Menge Restaurants mit Mittagstisch, und so pendele ich zwischen Abacco, Block-House, Sonnengarten, Attimi, Nordsee und MagIstanbul. Generell öfter Fisch statt Fleisch und eher Gemüse statt Beilage. Aber keine grundlegende Änderung. Gerne genommen sind die Block-House-Lunchtime-Tages- oder Wochengerichte mit Gemüse, da hat man zusammen mit dem Salat

Als Zwischenmahlzeit zwischen Mittagessen und Abendessen hatte ich früher recht viel Obst – Apfel, Banane, Orange, Mandarine, dazu ein Joghurt mit etwas Ahornsirup. Das ist blutzuckertechnisch keine gute Idee. Ich habe das auf ein paar Nüsse (30-50g) und einen Apfel reduziert. Obst enthält eben eine Menge Fruchtzucker, und den Gesundheitseffekt kann man mit Gemüse ebenso erzielen.

Das Abendessen habe ich ebenfalls nicht so sehr verändert. Ein wenig mehr Vollkorn, etwas häufiger Fisch (früher ca. alle 2 Wochen mal eine geräucherte Forelle, inzwischen eher 2x die Woche Forelle oder Stremel-Lachs), Portionen im Einzelfall etwas reduziert, die Berge von Ketchup zum Schinken-Käse-Toast durch deutlich kleinere Berge von zuckerreduziertem Ketchup ersetzt.

Wenn zuhause gekocht wird: mehr Gemüse, weniger Beilage. Salat ist immer eine gute Idee, noch besser ist es beim Salatdressing aus dem Supermarkt mal die Nährwerte zu studieren. Nudeln nur noch als Vollkorn (Barilla oder Buitoni Integrale schmecken einwandfrei, Zabler macht prima Vollkorn-Bandnudeln, von Rapunzel gibt es gar Vollkorn-Lasagne-Platten und von Alb-Gold gibt es Vollkorn-Spätzle) und max. 80g zur Mahlzeit. Pizza schmeckt prima mit Vollkornteig. Genauso Lauchkuchen oder Spinatkuchen. Burgerbrötchen gibt es auch in der Vollkornvariante, so dass selbst diesem Genuss nichts im Wege steht. Das Studium von Nährwerttabellen ist nicht nur bei Salatdressing sehr instruktiv – Kalorien- und Zuckergehalt von Varianten, die sehr ähnlich schmecken, unterscheiden sich teilweise drastisch. Hier kann man billig optimieren.

Ansonsten habe ich alle „Snacks“ zwischendurch einfach wegoptimiert. Nachts keine Chips, nachmittags keine Schoki oder Kekse. Geht einfach, wenn man sich mal daran gewöhnt hat. Dazu habe ich die Kalorienaufnahme aus Getränken auf 0 reduziert. Espresso und Cappucchino jetzt ohne Zucker, keine Coke und keine Fruchtsäfte mehr sondern nur noch „Zero“-Getränke wenn es süß sein muss, ansonsten Tee und Mineralwasser. Das scheint mir überhaupt ein echtes Erfolgsrezept zu sein: Kalorien aus Getränken sättigen nicht, lassen nur den Blutzuckerspiegel und damit den Insulinspiegel Achterbahn fahren und der Genussfaktor hält sich doch auch in Grenzen. In solchen Momenten bin ich allerdings froh, dass ich mir nie was aus alkoholischen Getränken gemacht habe – die Wirkung von Alkohol auf Gewicht und Blutzucker ist ziemlich ungünstig.

Unterm Strich ist die Strategie vielleicht eine Mischung aus Pseudo-Low-Carb und Logi-Methode mit Einsprengseln von gesundem Menschenverstand. Ich denke, ich erfinde einen coolen Namen, schreibe einen Ratgeber darüber und werde reich. Mit dem gewaltigen Erfahrungsschatz von 1 Person, die das nun 5 Monate macht, scheint mir das mindestens so fundiert wie das, was man andernorts kaufen und/oder lesen kann. Immerhin waren in diesen 5 Monaten eine Gewichtsreduktion von 20% möglich, praktisch ohne Verlust an Muskelmasse.

Ich wünsche den wenigen treuen Lesern meines Gemischtwarenblogs ein Frohes Fest und einen guten Start in 2018. Ich hoffe, in 2018 wieder etwas häufiger die Kino-Reviews zu verbloggen. Nicht jeder Film ist es wert, besprochen zu werden (ich kämpfe immer noch mit mir, was ich denn von Star Wars Episode VIII halten soll – kann es ein guter Film gewesen sein, wenn Mark Hamill mit großem Abstand die überzeugendste schauspielerische Leistung gezeigt hat?). Aber ein paar mehr als in 2017 dürften es schon sein.

Trailertechnisch war der Film unauffällig – ich kann mich nicht daran erinnern, jemals einen gesehen zu haben. Man sitzt dann völlig erwartungsfrei im Kino und weiß nur, dass eine Actionkomödie auf einen wartet.

Und was für eine. Spätere Generationen werden diesen Film in einem Atemzug mit „Tango & Cash“ und „The Last Boy Scout“ nennen. Coole Hauptdarsteller, sensationelle Dialoge (bin schon auf die unsynchronisierte Fassung gespannt – die Blu-Ray erscheint am 2018-01-18), saubere Action. Unbedingt anschauen!

Ryan Reynolds hat ja eine eher wechselvolle Geschichte als Hauptdarsteller – mit tiefen Tiefen (Green Lantern) und höchsten Höhen (Ein Trio zum Anbeißen, Deadpool). Jetzt also wieder ein echtes Hoch.

Manche Dinge dauern etwas länger. Manche geraten komplett in Vergessenheit. Manche werden plötzlich wieder aktuell, aber aus ganz anderen Gründen als den ursprünglichen.

Am 2002-01-22 postete ich auf meiner Website unter „Letzte Neuigkeiten“ die Ankündigung des „Projekt Uhu“. Recht verklausuliert, nur mit einem vagen Termin für „erste Ergebnisse“ versehen, dazu eine falsche Fährte. Die Robin Watts/WSS-Referenz sollte irgendeinen RISC OS-Zusammenhang nahelegen, aber die Wahrheit war viel profaner: ich wollte ein wenig abspecken und mein Gewicht wieder unter die hundert Kilogramm zurückführen. Deshalb „Uhu“ für „unter hundert“. Und tatsächlich hatte mich Robin Watts dazu inspiriert, denn als ich ihn auf der Wakefield-Messe 2001 traf, hatte er gerade eine radikale Gewichtsreduzierung hinter sich, und wir kamen überein, dass ich das doch auch probieren könnte.

Meine Disziplin währte aber nicht besonders lange, und so schwankte das Gewicht über die Jahre in einem Bereich oberhalb der angepeilten Marke. Teilweise auch weit oberhalb. Seit etwa 2009 gab es dann einen recht kontinuierlichen Abwärtstrend bis Juli 2017. Dann ergab sich aus gesundheitlichen Gründen die Notwendigkeit, das Projekt wieder aufzunehmen. Der Plan war recht einfach: Ernährungsumstellung, tägliche Bewegung, und abwarten was das Gewicht macht.

Heute kann ich nun Vollzug melden: nach etwas mehr als 15 Jahren und 10 Monaten ist heute das „Projekt Uhu“ zu einem guten Ende gebracht worden.

Seit April 2016 habe ich mich darauf gefreut, und gestern war es endlich soweit: das Jubiläumskonzert „40 Jahre Spider Murphy Gang“ in der Olympiahalle in München.

Und was für eine phantastische Veranstaltung es geworden ist. Eine Mischung aus den klassischen Spider-Hits, einem kleinen Akustik-Einschub mit zwei Stücken aus dem zu Recht vergessenen vorletzten Album „Keine Lust auf schlechte Zeiten“ neben der bekannten Unplugged-Neuinterpretation von Chuck Berrys „Johnny B. Goode“, großartigen Gästen und einer grandiosen Stimmung. Die Halle war ausverkauft, also über 10000 Fans waren mit am Start. Heute wird sich das Spektakel vermutlich wiederholen – zweimal Olympiahalle ausverkauft, Respekt.

Wie von diversen Jubiläumskonzerten bekannt, trat die Gang mit Unterstützung an. Wolfgang Götz, Dieter Radig und die dreiköpfige Bläserformation rund um Otto Staniloi machen den Sound runder und voller – „volle Kapelle“ eben. Otto überraschte nebenbei mit einer gewagten neuen Haartracht.

Eine interessante Frage bei den Konzerten ist immer: was wird der Opener? In den klassischen Feuerwehrzeltkonzerten ist das oft „So a Nacht“ oder „Mir san a bayrische Band“. Diesmal gingen die Vermutungen von „Rock’n’Roll Schuah“ über „Viva la Rock’n’Roll“ bis zu „Überdosis Rock’n’Roll“. Mit letzterem leiteten die Spiders dann tatsächlich das Konzert ein, und es wurde sofort klar: auch im gesetzten Alter ist der Sound immer noch „Original“. Und bezüglich Bühnenshow von den Lichteffekten bis zu den Videoleinwänden kann man fast schon von „opulent“ reden.

Eine Auswahl der gespielten Lieder (irgendeines habe ich vermutlich vergessen…):

  • Überdosis Rock’n’Roll
  • Rock’n’Roll Schuah
  • Vis-a-vis
  • So a Nacht
  • Sommer in der Stadt
  • Ich grüße alle und den Rest der Welt
  • Mit’m Frosch im Hois und Schwammerl in de Knia
  • Schickeria
  • Akustisch: Unter’m Kastanienbaum
  • Akustisch: Renate
  • Pfüati Gott, Elisabeth
  • Wer wird denn woana
  • Cadillac (mit Willy Ray Ingram an der Mundharmonika)
  • Sch-bum (a-capella mit „Viva Voce“)
  • Ich schau‘ Dich an
  • Skandal im Sperrbezirk
  • Achterbahn (mit Willy Ray Ingram am Sax)
  • Herzklopfen
  • Mir san a bayrische Band

Erster Gast war Claudia Koreck, die zwei ihrer Songs zusammen mit den Spiders spielte. Nicht mein Geschmack. Die „kölsche Jungs“ von Brings waren am Start mit dem unvermeidlichen Klassiker „Superjeilezick“ sowie „Kölsche Jung“ – das ging stimmungsmäßig gut ab, aber man konnte jetzt nicht sagen, dass die Halle besonders textsicher war. Willy Astor brachte sein „Senioren-Medley“ zu Gehör, mit zwei speziellen Varianten von Schickeria („Schick‘ a Rührei“) und Skandal im Sperrbezirk („Sandal’n von Rosie“) eingeflochten – wie immer zum Totlachen. Danach gab’s akustisch zusammen mit Günther und Barny den Curry-Landler. Mindestens so gut wie beim 30er. Oder war’s das 25er?

Mit der A-capella-Formation „Viva Voce“ sang Günther „Sch-bum“ aka „S’Lebn is wiar a Traum“. Schön, und mal was anderes – beinahe ein Kontrapunkt zum Rest des Konzertes.

Bei zwei Liedern wurde die Gang vom früheren Bandmitglied Willy Ray Ingram unterstützt.

Mit „Ich schau‘ Dich an“ wurde quasi der „NDW-Block“ eingeleitet. Mit Stefan Zauner von der Münchner Freiheit wurde „Ohne Dich schlaf‘ ich heut‘ Nacht nicht ein“ intoniert. Mit Friedel Geratsch von Geier Sturzflug natürlich „Bruttosozialprodukt“, und als krönender Höhepunkt sang Peter Schilling den „Major Tom“. Höhepunkt? Der kam dann mit Skandal im Sperrbezirk als Abschluss des NDW-Blocks vor den Zugaben. Wieder einmal verwunderlich, wie textsicher man das alte NDW-Zeugs mitsingen kann, einfach so „aus dem Rückenmark“. Tja, damals hatte man noch Gehirnkapazität um sich die Texte problemlos zu merken…

Für Detailverliebte: der Text von „Bruttosozialprodukt“ wurde in der Urform dargebracht – also „amputiert“ statt „operiert“, und die Müllabfuhr holt sich einen runter anstatt den ganzen Plunder zu holen. Und Günther Sigl hat bei der Vorstellung von Willie Duncan doch tatsächlich den Schotten-Gag versaut.

Nach gut dreieinhalb Stunden (wie bei Altrockern gängig, gab es eine knappe halbe Stunde Pause zwischendrin) das große Finale mit „Mir san a bayrische Band“ als letzte Zugabe – damit dieser Fakt auf keinen Fall in Vergessenheit gerät. Ein würdiger Abschluss. Die Legende lebt. Günther Sigl wirkt mit seinen mittlerweile 70 Jahren jedenfalls noch sehr frisch, und die Gang macht den Eindruck als hätten sie weiter einen Heidenspaß dem Publikum ihre Hits vorzuspielen.

Blieben Wünsche offen? Natürlich gibt es Lieder, die ich wirklich gerne mal wieder live erlebt hätte. Überraschend fand ich die Abwesenheit von „Rock’n’Roll Rendezvous“ und „Wo bist Du“, die ja nun beide zu den absoluten Konzertklassikern gehören. Persönlich würde ich gerne mal wieder „FFB“, „De nächsten hundert Johr“ und „Zwoa Zigaretten“ hören, auch das Zeremoniell mit dem Publikumschor bei „Autostop“ fehlt mir etwas.

Nebenbei: sogar SPIEGEL Online hatte Notiz vom 40jährigen Jubiläum genommen.

Wer das Konzert nicht live erlebt hat, kann sich schon mal auf Silvester, 20.15h freuen: dort gibt es die Konserve auf ServusTV. Eine Schande für den BR, dass da die Österreicher einspringen müssen.

In den letzten Wochen war meine Blog-Frequenz sehr überschaubar, und es gab einen Grund dafür. Damit der misc-Blog hier nicht zur reinen Kino-Review-Veranstaltung verkommt, will ich über diesen Grund ein paar Worte verlieren.

Trotz meines inzwischen fortgeschrittenen Alters konnte ich es bislang vermeiden, Zeit stationär in einem Krankenhaus zu verbringen. Aber keine Serie währt ewig. Und so hat es mich aufgrund eines übel entzündeten Schleimbeutels im linken Ellenbogen erwischt – die Standard-Behandlung mit oralem Antibiotikum und Rivanol-Verband hat überhaupt nicht angeschlagen, die Entzündung hat sich weiter ausgebreitet. Mit ziemlich hohen Entzündungswerten im Blut musste ich dann schließlich ins Krankenhaus, wo in nicht weniger als drei Operationen der Schleimbeutel rückstandslos entfernt wurde. Was insgesamt 13 Tage Aufenthalt bedeuteten (OP noch in der Nacht des Einlieferungstages – es schien dringend…). Und den linken Arm fast 4 Wochen in eine Gipsschiene verbannte. Was weder für Beweglichkeit noch Muskulatur wirklich prickelnd ist – dank eines fähigen Physiotherapeuten ist das aber auf dem Weg der Besserung.

Neben den zu erwartenden Dingen – man langweilt sich, man sieht viele Menschen denen es viel schlechter geht, man hat nur einen müden Abklatsch von Fernseher in Form eines kleinen, qualitativ unglaublich schlechten LCD-Schirms zur Verfügung, man hat schnarchende Bettnachbarn – gibt es vor allem für Menschen, die schon mal ein wenig Erfahrung mit Prozessoptimierung gemacht haben, in so einem Krankenhaus teils doch recht erschreckende Dinge zu sehen. Die linke Hand weiß nicht was die rechte tut, die gleichen Dinge werden auf ganz unterschiedliche Art und Weise erledigt, es ist unglaublich viel Personal am Start ohne dass sich das besonders positiv auf die Betreuung auswirkt…einzig bei Anästhesie und im OP schien mir ein professioneller, eingespielter Ablauf vorhanden zu sein.

Deshalb mein Profi-Tipp: Krankenhausaufenthalte nach Möglichkeit vermeiden. Ist weitgehend spaßbefreit.

Zusatztipp: Diabetes Typ 2 sollte auch nach Möglichkeit vermieden werden…

Gute Kritiken hatte er bekommen. Das macht einen Film direkt verdächtig – nicht ganz so sehr wie viele Oscars, aber doch ein klarer Kontraindikator. Aber wir wurden angenehm überrascht: eine sehr gute Mischung aus Spannung und Action mit sehr guten Darstellern, dazu eine interessante Wendung zum Schluss des Films. Da verzeiht man einige Merkwürdigkeiten bezüglich der historischen Präzision des geschichtlichen Kontextes.

Also: reingehen, anschauen, genießen.