Zur Wahl stand “2D und THX 7.1” oder “3D und Dolby Atmos”. Bei 140 Minuten Laufzeit entschied ich mich für Bild und Komfort und gegen Sound und wählte die 2D-Variante.

Eigentlich hasse ich ja diese dystopische Scheiße. Aber hier war es durchaus optimistisch durchsetzt, als klassischer Kampf der Underdogs gegen die Übermacht inszeniert. Dazu jede Menge Popkultur aus den 80ern, vor allem der frühen Videospiele (gut, teilweise Ende der 70er in Form des Atari 2600, aber das zählen wir großzügig auch zu den 80ern, denn die 2600er-Legende begann bekanntlich mit Space Invaders, Asteroids, Defender und Pac-Man, die erst ab 1980 erschienen, und komme mir jetzt keiner mit Breakout). Außerdem gab es ein CBS ColecoVision zu sehen, das gibt per se Bonuspunkte. Großartig. Dazu sehr gute Special Effects und gute Toneffekte. Und ein Soundtrack, der sich gewaschen hat. Jump. We’re not gonna take it. Blue Monday. Everybody wants to rule the world.

Sehr kurzweilig. Anschauen.

Seit Ende Juli 2017 betreibe ich mittels Ernährungsumstellung und leicht erhöhtem Bewegungsumfang (siehe hier und hier) meine persönliche “Gesundstrategie”. Dabei gab es verschiedene Etappenziele:

  • Körpermasse unter 100kg
  • BMI unter 25
  • Körperfettanteil unter 20%
  • Absetzen von Metformin
  • Normalisierung des Nüchternblutzuckers
  • Normalisierung des Hba1c (aka “Langzeitzucker”)

Inzwischen kann ich überall einen Haken dranmachen. Erstmal durchschnaufen und sich auf die Schulter klopfen. Neue Ziele? Im Moment nicht. Stabilisierung des Status Quo scheint mir im Moment ausreichend.

Ernährungstechnisch habe ich gegenüber dem intialen Plan nur im Detail optimiert für etwas mehr Abwechslung. So gönne ich mir zum Frühstück etwa einen Xylit-gesüßten Himbeer-Fruchtaufstrich als Ersatz für die früher heißgeliebte Himbeermarmelade, nach umfangreichen Messreihen kann ich guten Gewissens sagen: erhöht den Blutzuckerspiegel nicht messbar. Auch beim Ketchup prüfe ich im Moment eine Xylit-Variante, mal sehen ob das schmeckt.

Beim Backen gab es Experimente mit Erythrit statt Zucker in Form von Guatsle (z.B. feine Ausstecherle und Vanillekipferl mit Dinkelvollkornmehl) und Himbeer-Bisquitrolle. Schmeckt, und belastet den Blutzucker kaum.

Die Freunde von Karwendel haben jetzt “Exquisa Protein” auf den Markt gebracht, der ist Zucker- und Kohlenhydrat-technisch ähnlich gut und kalorientechnisch noch etwas günstiger als mein bisheriger Favorit “Exquisa Joghurt”. Sicher nicht kriegsentscheidend, aber Kalorienverzicht ohne Genussverzicht kann man als Beifang immer mitnehmen. Mal testen, wie der schmeckt. Synchron dazu gibt es ebenfalls eine neue Variante von der Konkurrenz (Mondelez Philadelphia) namens “So leicht Protein” – ob die sich immer absprechen? Allerdings mit mehr Zucker, dafür weniger Fett – also eher nicht optimal für mich. Die Variante ist so neu, dass es die deutsche Homepage (Stand 2018-04-12) noch nicht mal kennt.

Gute Komödien sind rar. Gute deutsche Komödien noch rarer. Besonders schlecht sind deutsche Komödien oft, wenn erfolgreiche Comedians beteiligt sind – man erinnere sich an den Mario-Barth-und-Paul-Panzer-Film, dessen Titel mir gerade nicht einfallen will (und wer würde danach schon googeln wollen?). Ältere Mitbürger erinnern sich noch wohlwollend an deutsche Komödien der 80er, von den Otto-Filmen über Krüger-und-Gottschalk bis zu diversen Hallervorden-Produktionen – ja, “Didi der Doppelgänger”, das war noch Qualitätskomödiantentum.

Aber: es ist schon eine besondere Kunst, eine Komödie zu machen, die komplett ganz und gar unlustig ist. Das Witzigste im Film war ein kurzer Auftritt von Bernhard Brink, und das auch nur wegen eines leichten Anflugs an Selbstironie. Vier Drehbuchschreiber und ein erfolgreicher Comedian – müsste da nicht schon allein aufgrund der Normalverteilung wenigstens aus Versehen ein Brüller drinliegen? Pustekuchen. Der Film ist nur 88 Minuten lang, dauert aber gefühlte Stunden.

Es bleibt bis auf Weiteres dabei: wer einen lustigen Film mit Josefine Preuß sehen will, muss weiterhin “Türkisch für Anfänger” schauen.

Film zum Spiel. Selten gut, oft veritable Flops (Doom, Schwerter des Königs, Mortal Kombat, Street Fighter, Far Cry, Resident Evil, Dead or Alive, Wing Commander, Need for Speed, Prince of Persia, Dungeons & Dragons, Battleship…). Die bisherigen zwei Tomb Raider-Verfilmungen mit Angelina Jolie waren da eher Ausnahmen – halbwegs seriöses Action-Kino.

Nun also eine neue junge durchaus glaubwürdig agierende Hauptdarstellerin, und quasi ein “Reboot” der Reihe ähnlich wie beim Spielevorbild. Und wir waren mal wieder im Gloria 2, weil 2D und Dolby Atmos. Und es hat sich durchaus gelohnt – der Film ist nun nicht gerade überladen mit Atmos-Effekten, und ob man ohne direkten A-B-Vergleich jetzt wirklich den Unterschied zu einem 7.1-Kino erkennen (oder besser erhören) kann will ich dahingestellt lassen.

Der Film bietet solide Action-Unterhaltung – kein cineastisches Glanzlicht oder neue wegweisende Effekte oder Ideen, aber solide.

Was kann man schon in Nürnberg groß machen? Man kann in’s Kino gehen. Das Cinecitta (gesprochen: “Tschinetschitta”) ist Deutschlands (zweit-)größtes Multiplexkino. 22 Säle, über 4800 Plätze – und damit mehr Säle, aber weniger Plätze als die Konkurrenz vom Cinemaxx in Essen.

Leider war das Kinoprogramm nicht auf unserer Seite, und so gab es nur “Red Sparrow” in einem der eher kleineren Säle als passenden Film, aber immerhin mit Dolby Atmos. Im Cinemagnum 3D (Deutschlands größte 3D-Leinwand, mit IMAX-Technik) lief leider “Black Panther”, den hatten wir schon vor Wochen angeschaut mit überschaubarem Bedarf nach einer Zweitvorführung.

Also “Red Sparrow”. Großartiger Film, streckenweise vielleicht etwas brutal (die Folterszenen sind nichts für schwache Nerven), aber mit genial abwechslungsreichem Plot, der den erfahrenden Agententhriller-Kenner zu immer neuen Hypothesen während des Filmes verführt. Außerdem spielt Jennifer Lawrence absolut top, und der Rest des Casts fällt nicht merklich ab.

Über 25 Jahre war es liebgewonnene Tradition – Rosenmontag mit Grachmusikoff in Ludwigsburg in der Scala (oder entsprechenden Ausweichquartieren während der Renovierung). Ein Stück schwäbische Kultur im ansonsten kaum erträglichen “bunten Treiben” genannt Fasching.

Leider haben die Grachers ja Ende 2017 endgültig Schluss gemacht. Am 28.12. fand das letzte der drei Abschiedskonzert in Tübingen statt. Und im Gegensatz zu den “Abschieden” von Kandidaten wie a-ha oder den Rolling Stones denke ich schon, dass es die Jungs von Grachmusikoff ernst meinen.

Danke für viele großartige Konzerte. Too old to die young! Auf YouTube kann man sich das erste der drei Tübinger Abschiedskonzerte vom 26.12.2017 anschauen. Und auch das zweite vom 27.12.2017. Und natürlich auch das dritte und letzte vom 28.12.2017.

Seit Urzeiten befindet sich in unserem Haushalt ein Kontaktgrill. Hauptsächlich zur Herstellung von Schinken-Käse-Toasts, aber ab und zu wird er auch zum Grillen von Steaks oder Hamburger-Buletten verwendet.

Der erste seiner Art war ein schönes Modell von Grossag. Gusseisen-Platten, Edelstahl, sehr robuste Angelegenheit. Nicht immer einfach zu reinigen, weil die Grillplatten fest montiert waren. Aber sehr langlebig.

Beim nächsten Modell, einem Rommelsbacher, wurde beim Kauf darauf geachtet, dass die Grillplatten abnehmbar und spülmaschinengeeignet sind. Ebenfalls ein schönes, zuverlässiges, langlebiges Gerät. Nur die Antihaftbeschichtung der Grillplatten war irgendwann beschädigt, tat aber der Sache keinen Abbruch – die Reinigung wurde halt etwas aufwändiger.

Dann gab es einen Grundig, ich denke es war ein CG 5040. Im Prinzip ähnlich wie der Rommelsbacher, aber die Antihaftbeschichtung war noch etwas schneller hinüber. Funktioniert aber heute noch und wird auf unseren Doko-Ausflügen immer noch eingesetzt.

Beim nächsten Kontaktgrill habe ich dann ausführlichst recherchiert, zig Rezensionen durchgearbeitet, das gesamte Lieferprogramm von Bosch über WMF bis Tefal evaluiert. Die Kriterien waren: es sollte sowohl Kontaktgrillen als auch überbacken (also Kontaktgrillstellung mit am besten variabler, aber fix einstellbarer Distanz der oberen Grillplatte) als auch Tischgrillen (aufgeklappt, also eine ebene doppelt große Grillfläche) möglich sein, die Grillplatten natürlich abnehmbar und spülmaschinengeeignet, mit gescheiter Antihaftbeschichtung. Am Ende wurde es ein BEEM Pro-Multi-Grill 3-in-1. Produktbeschreibung und Rezensionen legten nahe, dass vor allem die Grillplatten-Antihaftbeschichtung sehr gut und langlebig sei. Die erste mir zugesandte Version war direkt die UK-Variante, sprich falscher Stecker für die Steckdose. Wurde natürlich problemlos und zeitnah umgetauscht, also kaum ein erwähnenswertes Problem. Aber was soll ich sagen? Die ausführliche Recherche wurde “belohnt” mit dem schlechtesten Kontaktgrill aller Zeiten.

Das fängt damit an, dass die Aufheizdauer unglaublich lang ist. Das Gerät schaltet in der Aufheizphase viel zu schnell ab, lange bevor die Grillplatten eine anständige Temperatur erreicht haben. Das ist bei Toasts jetzt nicht so kritisch, aber wenn man das Fleisch zu früh drauflegt, wird es eher gekocht als gegrillt. Ich habe die Temperatur nie gemessen, aber ich bezweifle, dass sie bei meinem Modell jemals über 150 Grad Celsius steigt. Wie man inzwischen einigen Rezensionen auf Amazon.de entnehmen kann, scheint das ein allgemeines Problem zu sein.

OK, Haupteinsatzzweck war ja die Zubereitung von Toast, und Grillen tut man ja eh im Freien mit dem Weber Holzkohle-Grill. Der Mangel wog also nicht so schwer, dass man nicht damit leben konnte.

Einige Monate später stellte sich heraus, dass eine Grillplatte deutlich besser antihaftend war als die andere. Klingt komisch, ist aber so. Wenn man nach einer längeren Burger-Grillsession zur Reinigung schritt, waren bei der einen Grillplatte die Reste quasi mit heißem Wasser und etwas Spüli mit einem einfachen Lappen leicht entfernbar, bei der anderen Grillplatte musste deutlich mehr Mühe investiert werden.

OK, Haupteinsatzzweck war ja die Zubereitung von Toast, und beim seltenen Indoor-Grillen kann man ja einfach sich auf die leichter zu reinigende Seite konzentrieren. Der Mangel wog also nicht so schwer, dass man nicht damit leben konnte.

Neulich, pünktlich nach Ablauf der zwei Jahre Gewährleistungsfrist, ereilte den Grill aber die endgültige Disqualifikation. Ich grillte gemütlich ein paar Burger-Patties und ärgerte mich nur ganz wenig über die zu geringe Hitzeentwicklung des Grills. Geduldig verfolgte ich den gleichmäßigen Ablauf des überschüssigen Fetts in die Fettauffangschale (wenn wir schon bei Kritik am Grill sind – das ist ein ganz windiges Stück Plastik). Irgendwann war durchgegart, die Burger wohlschmeckend, die Grillplatten abgekühlt und ich schritt zur Reinigung. Die Grillplatte war schnell sauber, die Fettauffangschale auch, alles schien bestens. Ich nahm den Grill von seinem Betriebsgrillplatz unter der Dunstabzugshaube und wollte ihn schwungvoll in die Schublade gegenüber zu seinem Aufbewahrungsgrillplatz transferieren, als plötzlich eine nicht geringe Menge Fett auf den Küchenboden träufelte. Leicht irritiert stellte ich den Grill wieder auf die Arbeitsplatte und untersuchte, wo denn nun plötzlich das Fett herkam. Es triefte aus kleinen Schlitzen am Boden des Grills, die neben der Fettauffangschale platziert waren. Hmmm. Ich entfernte die Grillplatte und montierte das festgeschraubte Heizelement mitsamt Abdeckung auf, um nachzuschauen. Da packte mich das kalte Grausen: im Innern des Grills hatte sich Fett aus vermutlich allen Betriebsjahren gesammelt, inklusive Fleischresten. Lecker. Also: die Fehlkonstruktion direkt auf den Müll befördert.

Nach dem Kontaktgrill ist vor dem Kontaktgrill, und so begann wieder die Recherche. In der engeren Auswahl (logischerweise fielen alle mit dem disqualifizierten Modell augenscheinlich baugleichen Modell direkt raus):

  • Tefal GC702D Optigrill
  • Tefal GC712D12 Optigrill plus
  • Tefal GC722D Optigrill plus XL
  • Tefal GC3060
  • DeLonghi CGH 1020 D MultiGrill
  • Bosch TFB4431V
  • Philips HD4467/90
  • Rommelsbacher KG 2020
  • TZS First Austria – 2000W elektrischer Kontaktgrill
  • WMF LONO Kontaktgrill 2-in-1

Wenn man sich durch die Rezensionen kämpft, stellt man erschrocken fest, dass offenbar das Thema “Grill wird nicht richtig heiß” fast ein durchgängiges Problem ist. Unglaublich. Bei einer (angegebenen) Leistungsaufnahme von üblicherweise um die 2000 Watt sollte es doch möglich sein, eine gleichmäßige und ausreichend starke Hitzeentwicklung hinzukriegen?

Also habe ich beschlossen, meine Auswahlkriterien intelligent anzupassen: ich habe einen Grill genommen, der meinem Spieltrieb entgegenkommt (Display! Getrennt regelbare Temperaturen! Mit App!), und der keine einzige negative Rezension hat, schlicht und einfach weil er gar keine Rezension hat. Und zudem noch der teuerste war. Es ist der DeLonghi CGH 1020 D MultiGrill geworden. Amazon.de liefert morgen, ich bin gespannt, was ich zu berichten habe…

Gerade noch rechtzeitig im Januar, da wirken Jahresrückblicke noch nicht ganz so peinlich…
Die Auswertung der unbestechlichen Statistik-Bewertungs-Datenbank unserer Kino-Abstimmungssoftware CinePoll hat folgende Kinofilm-Top-Ten für das abgelaufene Jahr 2016 ergeben (Gesamtzahl der gesehenen Filme: 45):

  1. Killer’s Bodyguard
  2. Guardians of the Galaxy Vol.2
  3. John Wick Chapter 2
  4. Atomic Blonde
  5. Lommbock
  6. Fast & Furious 8
  7. xXx 3: Die Rückkehr des Xander Cage
  8. Ich – Einfach unverbesserlich 3
  9. Why him?
  10. Thor – Tag der Entscheidung

Knapp die Top 10 verpasst haben “Fack Ju Göhte 3” und “Spier-Man – Homecoming”. Obwohl nicht ganz furchtbar schlecht war vermutlich doch Star Wars 8 die Enttäuschung des Jahres. Schlimmer sind eher die Auswirkungen, wenn so ein Blockbuster wie Star Wars um die Weihnachtszeit in den Kinos läuft – es ist quasi die Garantie für einen sehr verhaltenen Start ins neue Kinojahr, weil niemand gegen den großen Blockbuster antreten will.

Immerhin waren auch üble Flops 2017 Mangelware, am schlechtesten war zweifellos “Girls’ Night Out”, eine Pseudo-Komödie die es tatsächlich geschafft hat den besten Gag des Films nur im Trailer zu haben. Danach ist als Flop noch “Ghost in the Shell” in Erinnerung, aber der war jetzt nicht so furchtbar schlecht. Da gab es wahrlich schlechtere Jahre.

Mitte Dezember hatte ich darüber berichtet, dass ich aus gesundheitlichen Gründen ein wenig abgespeckt habe. Erstaunlich viele Leute haben sich für “das Erfolgsgeheimnis” interessiert, deshalb wollte ich hier mal meine Strategie zur Gewichtsreduktion aufschreiben. In den Weiten des Internets weiß ja fast jeder etwas zum Thema “Abnehmen”, von den tausenden Printerzeugnissen vor allem aus dem Genre Frauenzeitschrift ganz zu schweigen. Und jeder hat sein Patentrezept. Natürlich auf streng wissenschaftlicher Basis.

Meine Strategie hat keinerlei wissenschaftliche Basis. Ich weiß gar nicht, ob sowas wie Ernährungsratschläge überhaupt eine saubere wissenschaftliche Basis haben können, zumindest bezüglich dem, was ich als “wissenschaftlich” akzeptieren würde. Doppelblindanordnung. Streng kontrollierte Bedingungen. Reproduzierbarkeit. Da jeder Mensch anders ist, erscheint mir das unmöglich. Also: keine wissenschaftliche Basis für meine Strategie. Aber meine Strategie hat einen unschlagbaren Vorteil: ihr Erfolg ist experimentell nachgewiesen. Bei genau einer Person – mir. Und darauf kommt es schließlich an. Zumindest mir.

Zwei Überlegungen standen am Anfang: Eher den Input (Kalorienaufnahme) zu reduzieren, oder eher den Output (Kalorienverbrennung) erhöhen. Nach allem, was ich gelesen habe, ist es fast unmöglich, allein mit Erhöhung des Outputs signifikante Gewichtsreduktion zu erzielen. Denn Bewegung – zumindest im notwendigen Umfang – kostet unglaublich viel Zeit. Es ist praktisch unmöglich, das im Alltag einzubauen. Und alles, was signifikant Zeit kostet, für das man Aufwand treiben muss, erfordert sehr viel Konsequenz und Disziplin. Beim Input hingegen kostet das Drehen an ein paar Schrauben kaum Aufwand.

Aus gesundheitlichen Gründen jenseits der Gewichtsabnahme habe ich mein Bewegungspensum trotzdem etwas erhöht – einmal die Woche Schwimmen (ca. 1h), einmal die Woche Tischtennis (ca. 1,5h), jeden Tag ein flotter Spaziergang (30min). Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass dieses Minimalprogramm signifikant Einfluss auf das Gewicht hatte. Aber vielleicht unterstützt es etwas. Geschadet hat es vermutlich nicht.

Also zum Input. Ernährungsumstellung ist das Zauberwort, ohne das kein “Erfolgsgeheimnis” auskommt. Hier sollte man sich dringend vorher sehr gut überlegen, inwieweit man in der Lage ist, so eine Umstellung dauerhaft durchzustehen. Ständiger Hunger, Verzicht auf Genuss, das sind die Bausteine für einen frühen Fehlschlag. Quintessenz: überlegen, was man den Rest seines Lebens essen will, und das dann optimieren. Meine grundlegende Idee: Reduzierung der Kohlenhydrate, vor allem die mit dem hohen glykämischen Index, Verlagerung hin zu Gemüse, “Five-a-day” in der Zusammensetzung 4x Gemüse/Salat und 1x Obst, leichte Erhöhung bei den Ballaststoffen. Es hilft ungemein, wenn man viele verschiedene Dinge sehr gerne isst, so dass man ein wenig jonglieren kann, was man forciert und was man reduziert. Und man sollte sich klarmachen, dass es ohne ein wenig Verzicht auf keinen Fall geht. Man muss eben nur den Verzicht so gering wie möglich halten, damit man keine übermenschliche Disziplin zum Durchhalten braucht.

Der Tag beginnt mit dem Frühstück, und mein Tag begann immer mit einem “süßen” Frühstück. Himbeermarmelade, Honig, mal Vollkorn-Brot, mal klassisches Weißmehl-Brot oder -Brötchen Das habe ich umgestellt auf konsequent Vollkorn (gerne selbst gebacken – wer weiß schon, was der Bäcker um die Ecke unter “Vollkorn” versteht), sowie Schinken oder Filet oder Putenbrust oder Hähnchenbrust sowie Frischkäse (Empfehlung hier: Exquisa Joghurt – wenig Fett, wenig Zucker, schmeckt fast wie das doppelrahmige Original). Ei geht auch immer, ob weichgekocht oder als Spiegelei oder als Rührei.

Das Mittagessen habe ich kaum verändert – rund um meinen Arbeitsplatz gibt es eine Menge Restaurants mit Mittagstisch, und so pendele ich zwischen Abacco, Block-House, Sonnengarten, Attimi, Nordsee und MagIstanbul. Generell öfter Fisch statt Fleisch und eher Gemüse statt Beilage. Aber keine grundlegende Änderung. Gerne genommen sind die Block-House-Lunchtime-Tages- oder Wochengerichte mit Gemüse, da hat man zusammen mit dem Salat

Als Zwischenmahlzeit zwischen Mittagessen und Abendessen hatte ich früher recht viel Obst – Apfel, Banane, Orange, Mandarine, dazu ein Joghurt mit etwas Ahornsirup. Das ist blutzuckertechnisch keine gute Idee. Ich habe das auf ein paar Nüsse (30-50g) und einen Apfel reduziert. Obst enthält eben eine Menge Fruchtzucker, und den Gesundheitseffekt kann man mit Gemüse ebenso erzielen.

Das Abendessen habe ich ebenfalls nicht so sehr verändert. Ein wenig mehr Vollkorn, etwas häufiger Fisch (früher ca. alle 2 Wochen mal eine geräucherte Forelle, inzwischen eher 2x die Woche Forelle oder Stremel-Lachs), Portionen im Einzelfall etwas reduziert, die Berge von Ketchup zum Schinken-Käse-Toast durch deutlich kleinere Berge von zuckerreduziertem Ketchup ersetzt.

Wenn zuhause gekocht wird: mehr Gemüse, weniger Beilage. Salat ist immer eine gute Idee, noch besser ist es beim Salatdressing aus dem Supermarkt mal die Nährwerte zu studieren. Nudeln nur noch als Vollkorn (Barilla oder Buitoni Integrale schmecken einwandfrei, Zabler macht prima Vollkorn-Bandnudeln, von Rapunzel gibt es gar Vollkorn-Lasagne-Platten und von Alb-Gold gibt es Vollkorn-Spätzle) und max. 80g zur Mahlzeit. Pizza schmeckt prima mit Vollkornteig. Genauso Lauchkuchen oder Spinatkuchen. Burgerbrötchen gibt es auch in der Vollkornvariante, so dass selbst diesem Genuss nichts im Wege steht. Das Studium von Nährwerttabellen ist nicht nur bei Salatdressing sehr instruktiv – Kalorien- und Zuckergehalt von Varianten, die sehr ähnlich schmecken, unterscheiden sich teilweise drastisch. Hier kann man billig optimieren.

Ansonsten habe ich alle “Snacks” zwischendurch einfach wegoptimiert. Nachts keine Chips, nachmittags keine Schoki oder Kekse. Geht einfach, wenn man sich mal daran gewöhnt hat. Dazu habe ich die Kalorienaufnahme aus Getränken auf 0 reduziert. Espresso und Cappucchino jetzt ohne Zucker, keine Coke und keine Fruchtsäfte mehr sondern nur noch “Zero”-Getränke wenn es süß sein muss, ansonsten Tee und Mineralwasser. Das scheint mir überhaupt ein echtes Erfolgsrezept zu sein: Kalorien aus Getränken sättigen nicht, lassen nur den Blutzuckerspiegel und damit den Insulinspiegel Achterbahn fahren und der Genussfaktor hält sich doch auch in Grenzen. In solchen Momenten bin ich allerdings froh, dass ich mir nie was aus alkoholischen Getränken gemacht habe – die Wirkung von Alkohol auf Gewicht und Blutzucker ist ziemlich ungünstig.

Unterm Strich ist die Strategie vielleicht eine Mischung aus Pseudo-Low-Carb und Logi-Methode mit Einsprengseln von gesundem Menschenverstand. Ich denke, ich erfinde einen coolen Namen, schreibe einen Ratgeber darüber und werde reich. Mit dem gewaltigen Erfahrungsschatz von 1 Person, die das nun 5 Monate macht, scheint mir das mindestens so fundiert wie das, was man andernorts kaufen und/oder lesen kann. Immerhin waren in diesen 5 Monaten eine Gewichtsreduktion von 20% möglich, praktisch ohne Verlust an Muskelmasse.

Ich wünsche den wenigen treuen Lesern meines Gemischtwarenblogs ein Frohes Fest und einen guten Start in 2018. Ich hoffe, in 2018 wieder etwas häufiger die Kino-Reviews zu verbloggen. Nicht jeder Film ist es wert, besprochen zu werden (ich kämpfe immer noch mit mir, was ich denn von Star Wars Episode VIII halten soll – kann es ein guter Film gewesen sein, wenn Mark Hamill mit großem Abstand die überzeugendste schauspielerische Leistung gezeigt hat?). Aber ein paar mehr als in 2017 dürften es schon sein.