Manche Dinge dauern etwas länger. Manche geraten komplett in Vergessenheit. Manche werden plötzlich wieder aktuell, aber aus ganz anderen Gründen als den ursprünglichen.

Am 2002-01-22 postete ich auf meiner Website unter „Letzte Neuigkeiten“ die Ankündigung des „Projekt Uhu“. Recht verklausuliert, nur mit einem vagen Termin für „erste Ergebnisse“ versehen, dazu eine falsche Fährte. Die Robin Watts/WSS-Referenz sollte irgendeinen RISC OS-Zusammenhang nahelegen, aber die Wahrheit war viel profaner: ich wollte ein wenig abspecken und mein Gewicht wieder unter die hundert Kilogramm zurückführen. Deshalb „Uhu“ für „unter hundert“. Und tatsächlich hatte mich Robin Watts dazu inspiriert, denn als ich ihn auf der Wakefield-Messe 2001 traf, hatte er gerade eine radikale Gewichtsreduzierung hinter sich, und wir kamen überein, dass ich das doch auch probieren könnte.

Meine Disziplin währte aber nicht besonders lange, und so schwankte das Gewicht über die Jahre in einem Bereich oberhalb der angepeilten Marke. Teilweise auch weit oberhalb. Seit etwa 2009 gab es dann einen recht kontinuierlichen Abwärtstrend bis Juli 2017. Dann ergab sich aus gesundheitlichen Gründen die Notwendigkeit, das Projekt wieder aufzunehmen. Der Plan war recht einfach: Ernährungsumstellung, tägliche Bewegung, und abwarten was das Gewicht macht.

Heute kann ich nun Vollzug melden: nach etwas mehr als 15 Jahren und 10 Monaten ist heute das „Projekt Uhu“ zu einem guten Ende gebracht worden.

Verschiedene Rechtschreibseuchen grassieren seit vielen Jahren in Deutschland. Nein, ich meine nicht die neue Rechtschreibung, auch wenn dort sehr gute Chancen verpasst wurden, der deutschen Rechtschreibung mehr Konsistenz zu verpassen.

Ich meine die immer mehr verlotternde Qualität von Rechtschreibung im öffentlichen Raum. Zeitungen, Plakate, Schilder. Das Nagelpflegestudio um die Ecke hat „Miracle Nail’s“ als Leuchtreklame – ein neues Highlight im Bereich des Deppenapostrophs. Verwechslungen zwischen „das“ und „dass“ fallen im Dickicht der Verstöße schon gar nicht mehr besonders auf.

Besonders ärgern mich die regelmäßigen Schreibfehler in der Zeitung. Hier sind ja eigentlich Profis am Werk, da sollte man die Latte der Erwartungshaltung schon recht hoch legen können. Aber unter drei Fehlern pro Seite geht da gar nix. Es ist enttäuschend. Zumal viele der Fehler gar nicht eher verzeihliche der Kategorie „Satz umgestellt, eine Präposition an der falschen Stelle stehengelassen“ sind, sondern durch jede handelsübliche Rechtschreibprüfung erkennbare Falschschreibungen sind. Offenbar fehlt schlicht der Wille zu minimaler Qualitätssicherung. In den Onlne-Publikationen ist es noch schlimmer, aber irgendwie erwartet man dort mangels inhaltlichem Niveau auch automatisch bei den Formalien nichts mehr.

In heimatlichen Gefilden hat die städtische Verwaltung dem grassierenden Trend zur Getrenntschreibung nachgegeben und hat „Markt Garage“ und „Erbach Hof“ auf Straßenschilder geschrieben – immerhin waren die Schilder nur temporär für Umleitungen aufgestellt, und man hat inzwischen verschämt Bindestriche nachgerüstet, was die Sache kaum verbessert. Jahrelang prangte am einen Ende der Richard-Wagner-Straße in dieser Stadt das Schild „Richard Wagnerstraße“. Da muss man erst mal drauf kommen.

Gut. Wahrscheinlich bin ich nur ein überempfindlicher Spießer mit Hang zur Besserwisserei. Aus meiner Sicht ist aber mangelnde Rechtschreibung einfach ein Mangel an Respekt vor dem Leser. Vielleicht wird es Zeit, mal den „Rechtschreib-Pranger“ als Artikelserie aufzusetzen.

Gemäß Murphys Gesetz wird dieses Blog-Posting auch den einen oder anderen Fehler enthalten. Da berufe ich mich gerne auf meinen Status als Schreibamateur.

Gestern ging es durch die Nachrichten: Artur Fischer ist am 27.1. verstorben. Der Erfinder des Fischer-Dübels und des synchron auslösenden Blitz-Würfels hatte insgesamt über 1100 Patente und Gebrauchsmuster angemeldet.

Aber persönlich danke ich ihm recht herzlich für die Entwicklung von fischertechnik. Große Teile meiner Kindheit habe ich damit verbracht, coole Dinge mit diesen Baukästen zusammenzubauen. Den Grundbaukasten 300 hatte ich, später dann mot-1, Statik 1/2/3, mini-mot, Elektromechanik und Elektronik, sowie eine frühe Prototypvariante von Pneumatik. Leider war ich immer zu geizig für die Computing-Reihe – denn billig war fischertechnik nie, aber immer preiswert. Im Prinzip war für mich fischertechnik immer so eine Art Lego für Fortgeschrittene. Tagelang habe ich Modelle gebaut, modifiziert und optimiert; auch nicht zu verachten war die Daueraufgabe, die Teile in einer geeigneten Sortierung vorzuhalten.

Die Webseite der fischertechnik Community bietet ein großartiges Angebot von Bauplänen über Scans von alten Prospekten bis zu Bildern großartiger Konstruktionen. Stöbern empfohlen.

Artur Fischer war ein Unternehmer im besten Sinne. Wir werden ihn vermissen.

Irgendwann zwischen Weihnachten und Neujahr ist es passiert – genauer ließ es sich nicht rekonstruieren. Meine Webpräsenz wurde gehackt. Alle vier WordPressInstallationen und die Drupal-Installation waren betroffen. Die dahinter liegenden Datenbanken waren Gott sei Dank sauber.

Wie äußerte sich der Hack? Einige Benutzer berichteten von Redirects auf Phishing-Seiten, die meisten waren aber nur von schlechterer Performance betroffen, weil in die HTML-Daten JavaScript injected wurde, das auf gewisse Fremdseiten zugriff, die unglaublich schlechte Antwortzeiten hatten. oil-hockey.ch und rardec.co.uk waren darunter. Das verzögerte den Aufbau der Webseiten erheblich.

Klassifiziert war das Problem als „JS:Injection-A“ (Avast) oder „Mass Injection Website 19“ (Symantec). Für mehr Details hier ein Link zu Symantec. Es dauerte nicht lange, bis die Webpräsenzen bei mindestens einem Dienst (Norton Safeweb) auf der Blacklist standen. Das zieht dann weitere Kreise – vor allem Firmen haben oftmals automatische Verfahren, um Zugriffe aus dem Intranet auf Seiten auf Blacklists zu unterbinden. Gott sei Dank gab es bei Norton Safeweb eine relativ unkomplizierte Möglichkeit, eine Reevaluierung des Zustands zu veranlassen.

Seit einer Woche ist nun wieder alles bereinigt – WordPress- und Drupal-Neuinstallation nebst zwei WordPress-Theme-Wechseln (die alten sind noch verseucht, die muss ich noch aufräumen) hat das Problem gelöst. Dazu natürlich die Routine-Dinge wie Wechseln aller Passwörter. Scheiss-Aufwand, aber man lernt ja was dabei (man soll ja alles positiv sehen).

Ich danke meinen aufmerksamen Blog-Lesern, die mich über das Problem informiert haben, weil ihre Sicherheitssoftware angesprungen ist. Wer seine Webpräsenz schnell online auf Malware checken will, dem sei der Online-Security-Scanner von Sucuri empfohlen.

Und was lernt man daraus? Früher war alles besser – da hätte man schnell ein paar alte Versionen der HTML-Dateien eingespielt und fertig wäre die Säuberungsaktion. In der heutigen Welt der CMS-Systeme mit ihrem üblen PHP-Verhau dauert eine Analyse viel länger. Und: nur weil eine Webpräsenz eine überschaubare Anzahl Besucher hat – man sollte also denken, dass so ein Hack ein wirklich schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis hat – heißt das nicht, dass nicht doch ein paar üble Gesellen Hand anlegen. Abgesehen davon ist es nie schlecht, regelmäßig Backups zu machen – ok, das ist eine IT-Binsenweisheit, das sollte man schon vorher gewusst haben.

Ich wünsche allen meinen Lesern – die sich allein deshalb glücklich schätzen können, weil sie zu einem ganz kleinen elitären Kreis gehören – ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wir dürfen gespannt sein, was 2016 so bringt. Am Ende vielleicht sogar mehr Blog-Einträge? Ein paar Film-Reviews kann ich auf jeden Fall versprechen. Im Moment bin ich 9 Filme im Rückstand…

Es war wieder Volksfestzeit, der traditionelle Besuch auf dem Cannstatter Wasen stand an. Nach den Eindrücken vom Aufbau (mein Weg zur Arbeit führt mich am Wasen vorbei) sah es schlecht aus mit der Achterbahn-Tradition. Ich konnte nur die „Teststrecke“ erspähen, und die ist nur bis 1,85m Körpergröße zugelassen. Dazu die üblichen „Wilde Maus“-Varianten und die bekannt schlechte Dunkelachterbahn „Black Hole“.

Aber: ich hatte nicht genau genug hingesehen. Auf dem typischen Achterbahn-Spot, wo man früher Alpina-Bahn, Olympia-Looping und Thriller fahren konnte, stand der Rock & Rollercoaster, eine mir bis dato unbekannte Achterbahn aus dem Hause Anton Schwarzkopf (dort bekannt als „Wildcat“, der ersten dort gebauten Stahl-Achterbahn – die erste Variante gab es schon 1964 im Prospekt). Eine Stahl-Achterbahn nach ganz alter Schule – Einzelwägen für je 4 Personen, acht Wägen gleichzeitig auf der Strecke (Abfahrt handgetimed, wie es mir schien), Ketten-Lifthill mit 20m Höhe, guter First Drop, fast 1km Streckenlänge.

OK, nicht sonderlich spektakulär. Oder schnell. Oder mit Looping. Oder mit hohen G-Kräften. Oder mit bequemer Sitzposition. Oder besonders preiswert (4,50€). Aber gemäß des „Rock & Roller“-Themas mit anständiger Musik von z.B. Status Quo und den Dire Straits – das gibt Bonuspunkte in einer Welt, die nur noch zwischen Techno-Beats und Schlager zu schwanken scheint.

Schließen will ich mit einer Wiederholung aus meinem Frühlingsfest-Beitrag zum Thema „Tracht“, denn beim Volksfest ist es noch viel schlimmer als auf dem Frühlingsfest: „Vielleicht gibt es ja auch irgendwo eine Webseite, die erklärt, wann denn plötzlich die Mädels angefangen haben sich in die Dirndl zu zwängen und die Jungs in die Lederhose – und das mitten in Württemberg. Freunde, Bad Cannstatt ist nicht München. Tracht trägt man in Baden-Württemberg maximal im Schwarzwald, alles andere wirkt extrem peinlich und sieht einfach Scheiße aus.“

Heute flatterte der Teufel-Newsletter in meinen E-Mail-Posteingang. Mit einer wirklich innovativen Produktidee. Als Heimkino-Enthusiast seit über 10 Jahren (Einstieg mit dem Yamaha DSP-Z9 und einem Nubert NuLine 7.1-Set) verfolge ich die Neuentwicklungen in diesem Bereich und von bestimmten Firmen sehr genau. Und wenn man ehrlich ist, war „Innovation“ hier doch häufig geprägt von „mehr Kanäle“, „höhere Auflösung“, „mehr Kontrast“, „mehr Tiefgang“ usw. – also Evolution statt Revolution. Da fällt es schwer, innovative Produkte anzubieten.

Aber heute hat mich Teufel positiv überrascht. Angeboten wird zum kommenden Produkt „Rockster“ – aus dem noch ein ziemliches Geheimnis gemacht wird, nur laut scheint es zu werden (115 dB Schalldruck) – eine Rechtsschutzversicherung gegen Ruhestörung. Sehr kreativ. Und doch so naheliegend.

Und wieder das jährliche Ritual – mit der S-Bahn nach Bad Cannstatt, eine Runde auf dem Frühlingsfest, Achterbahn fahren, mit der S-Bahn wieder nach Hause. Unterm Strich: 5€ für die Achterbahn, 5,60€ für die S-Bahn.

Diesmal durfte ich wieder die „Alpina Bahn“ aus dem Hause Oscar Bruch genießen (den Älteren unter uns vielleicht noch als „Himalaya Bahn“ in Erinnerung). Derzeit die größte und längste transportable Achterbahn ohne Überschlag. Ich finde die Streckenführung außerordentlich harmonisch, mit einem schönen „Airtime“-Abschnitt und schnellen engen Kurven zum Ausklang.

Leider hat das Angebot bei den transportablen Achterbahnen ja stark abgenommen – eigentlich sind nur noch der Olympia Looping von Barth und die Alpina Bahn von Bruch noch „im Umlauf“. Mit Wehmut erinnere ich mich an Thriller  (4er Looping von Bruch, inzwischen in Mexiko gelandet) und den Euro-Star, den ersten und einzigen transportablen „Inverted Coaster“. Ab und an steht noch die „Teststrecke“ auf Frühlings- oder Volksfest, aber dort dürfen nur Personen bis zu einer Körpergröße von 1,85m einsteigen, und damit bin ich leider raus. Und mit dem „Höllenblitz“, der größten transportablen Indoorachterbahn, konnte ich mich nie anfreunden. Zu langsam, zu unspektakulär, zu langweilig.

Wie man hört, laufen die Betriebskosten davon. Transport zu teuer, Auf- und Abbau zu teuer, Instandhaltung zu teuer. Und so ist es wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit, bis nur noch Fressstände, Bierzelte und „Break Dance“ auf dem Wasen stehen werden. Und vielleicht noch eine Geisterbahn und ein Kinderkarussell.

Wer mehr über Achterbahnen erfahren will, hier eine Liste interessanter Links:

Vielleicht gibt es ja auch irgendwo eine Webseite, die erklärt, wann denn plötzlich die Mädels angefangen haben sich in die Dirndl zu zwängen und die Jungs in die Lederhose – und das mitten in Württemberg. Freunde, Bad Cannstatt ist nicht München. Tracht trägt man in Baden-Württemberg maximal im Schwarzwald, alles andere wirkt extrem peinlich und sieht einfach Scheiße aus.

Vor meinem Urlaub habe ich meinen altehrwürdigen „Kindle Keyboard 3G“ durch einen neuen „Kindle Paperwhite 3G“ ersetzt. Da der Haupteinsatzzweck meines Kindles immer war, Tageszeitungs-Abos nachts auf der Hotelzimmerterrasse zu lesen, schien mir ein Update auf einen Kindle mit Hintergrundbeleuchtung angemessen – die funzelige ausziehbare LED in der alten Kindle-Hülle hat einfach nie für eine gleichmäßige augenschonende Ausleuchtung sorgen können.

Und so prüfe ich seit einigen Tagen den neuen Kindle auf Herz und Nieren mittels WELT, F.A.Z. und NZZ. Mit der Qualität des Kindle bin ich sehr zufrieden, inhaltlich hingegen offenbaren die führenden Tageszeitungen deutliche Schwächen – das soll aber Thema eines anderen Artikels sein.

Ein interessanter Fakt am Rande: alle Kindle-Zeitungs-Abos beginnen bei erstmaliger Bestellung mit einer kostenlosen 14-tägigen Probephase. Kündigt man aber das Abo und schließt es später erneut ab, hat man aber natürlich nicht erneut ein Anrecht auf 14 kostenlose Tage. Aber: offenbar erneuert sich das Recht auf das Probe-Abo automatisch, wenn man einen neuen Kindle gekauft hat – so war es jedenfalls bei mir. Damit ist der neue Kindle doch deutlich preiswerter geworden als gedacht.

Ich wünsche allen Lesern des hubersn.misc-Blogs ein Frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ich hoffe, ich kann Qualität und Frequenz der Blogeinträge auch in 2015 halten oder sogar ausbauen. Das Experiment des „Gemischtwarenblogs“ ist aus meiner Sicht ganz anständig angelaufen. Mit dem Start als Neublogger in 2014 bin ich recht zufrieden, ich hoffe meine Leser sind es auch. Anregungen und Kritik gerne jederzeit per Kommentar oder per Mail.