In meinem Heimatort findet gerade eine Straßenbelagserneuerung auf einem Abschnitt der Hauptstraße zum Nachbarort statt. So weit, so unspektakulär. Spektakulär ist hingegen, was die Damen und Herren der Verwaltung hier organisatorisch aufbieten:

  • es ist keine Umleitung eingerichtet – immerhin gibt es ein paar Meter vor der Straßensperre einen Hinweis am Durchfahrtsverbotschild „Anlieger frei bis Baustelle, keine Wendemöglichkeit für LKW“
  • zumindest auf meiner Route von der Seite des Nachbarorts – übrigens die Strecke, die die Navis üblicherweise routen, weil sowohl die schnellste als auch kürzeste Strecke – wird auf keinem Schild vorher auf den Sachverhalt der Sperrung hingewiesen; wahrscheinlich um den Überraschungseffekt zu maximieren
  • die vormals durchgängige Buslinie ist in zwei Teilstrecken aufgesplittet – von der Endhaltestelle der einen Teilstrecke zur Starthaltestelle der anderen Teilstrecke ist es ein ziemlicher Fußmarsch, inwiefern das für Nutzer des ÖPNV akzeptabel sein soll bleibt im Dunkeln
  • TMC weiß nix von der Sperrung, Google Maps auch nicht

Und es ist nicht so, dass eine Umfahrung der Sperrung irgendwie einfach ist. Nein, da muss man schon profunde Ortskenntnisse besitzen.

Die Idee, Fahrbahnen nur einseitig zu sperren und in kleinen Segmenten den Belag zu erneuern ist offenbar völlig aus der Mode gekommen.

Viele Trailer hat man gesehen von „Ant-Man“. Oder genauer gesagt: einen, aber den dafür oft. Während ich bei „Guardians of the Galaxy“ schon die Trailer irgendwie cool fand und daher schon mit gewissen Erwartungen in den Film gegangen bin, war das bei „Ant-Man“ anders. Gemessen an anderen Werken der Marvel-Studios war das doch eher sparsam und deutete tendenziell auf einen Flop hin.

Aber: die Marvel-Jungs sind halt Profis. Und so wird der Film nach etwas schleppendem Beginn eine gelungene Mischung aus Action und Komödie. Paul Rudd und Michael Douglas verkörpern ihre Charaktere wirklich meisterhaft. Und das Gott sei Dank in unserem Falle in 2D.

Wie immer bei Filmen aus dem Marvel-Universum gilt: am Ende sitzenbleiben. Bis ganz zum Ende.

Der fünfte Teil der Terminator-Reihe mit dem offiziellen Untertitel „Genisys“ beglückt uns nun mit seiner Anwesenheit. Als Fan der Reihe war ich natürlich drin. Das wichtigste zuerst: ein großartiger Action-Film (aka „Äääkschn-Fuim“ auf arnoldisch), Terminator hin oder her.

Ich mochte den ersten Teil nie besonders. Zu hölzern gespielt (und zwar nicht von Schwarzenegger – dort war es ja gewollt!), insgesamt zu amateurhaft. Die Teile 2, 3 und sogar 4 (der aus mir unverständlichen Gründen einen schlechten Ruf hat) hingegen halte ich für sehr gut bis brillant. Auch, weil der Humor nicht zu kurz kommt, und meines Erachtens jedem Action-Film ein angemessenes Maß an Selbstironie gut tut.

Teil 5 übertrifft nun seine Vorgänger in praktisch allen relevanten Bereichen. Klar, die Story war ja schon immer wieder ein Aufguss der Vorgänger, dank der Zeitreisemöglichkeit sind ja quasi beliebige Brüche möglich, und das wird weidlich ausgenutzt. Aber es gibt immer wieder Referenzen zu den alten Filmen, immer wieder einen Seitenhieb, eine Anspielung, und dazwischen jede Menge Action. Und überraschend: Arnie spielt großartig. Wirklich. Ein echter Schauspieler. Hat er wahrscheinlich als Politiker gelernt.

Ich mochte „Ich einfach unverbesserlich“. Weniger während der – wenn auch begrenzt – nervenden Kinder, sondern mehr wegen der ganzen Schurken-Geschichte, und mittendrin die Minions. Die waren einfach knuddelig, und die Werbeindustrie hat das ja auch gleich aufgegriffen. Von McDonalds bis Bahlsen, Minions überall.

Jetzt also der Minions-Film. Und hier zeigt sich leider (ähnlich m.E. wie bei Shaun das Schaf), dass Komödie mit begrenzt möglichen Dialogen einfach nicht funktioniert. Der Film war mäßig lustig, die coolen Szenen kannte man aus den Trailern. Schade.

Wer die Berichterstattung über die Vorbereitung des VfB Stuttgart verfolgt und Sympathien für den Verein hegt, muss alarmiert sein. Alle Signale weisen darauf hin, dass wir erneut vor einer ganz schwierigen Saison stehen.

Der Trainer lobt die Mannschaft. Die Mannschaft lobt den Trainer. Alle loben die Vorbereitung. Alles ist superharmonisch. Man ist zufrieden mit den Neuzugängen. Und außerdem haben die letzten drei gewonnenen Spiele in der abgelaufenen Saison ja das wahre Gesicht der Mannschaft gezeigt. Jetzt auch noch der 4:2-Sieg gegen Manchester City, mit einer stellenweise großartigen Offensivleistung.

Wer sich noch an die Formel 1-Zeit zurück erinnert, als David Coulthard mit Mika Hakkinen für McLaren-Mercedes gefahren ist, wird verstehen was ich meine. Vor der Saison hat sich David Coulthard auch immer für den Top-Favoriten gehalten und die Vorbereitung und das Auto über den grünen Klee gelobt. Die gute Stimmung währte nur bis zum ersten Rennen. Am Ende war er aber immer mindestens hinter seinem Teamkollegen.

Und so befürchte ich nun den „Coulthard-Effekt“ beim VfB. Der Konsens und das gegenseitige Schulterklopfen vernebeln die Sinne. Das böse Erwachen, der Reality Check, kommt am ersten Spieltag.