Es ist schon eine ganze Weile her, ich bin schwer im Konzert-Blog-Rückstand. Heute soll es um meinen ersten Besuch eines Threshold-Konzerts gehen. So passiert im Oktober 2024, Ort der Handlung: Stuttgart, Im Wizemann, „Club“.
Threshold, allgemein dem Genre „Progressive Rock“ oder „Progressive Metal“ zugeordnet, habe ich recht spät für mich entdeckt. Und die Entscheidung, zum Konzert zu gehen, war auch nicht gerade ein Selbstläufer, aber seit jenem denkwürdigen Oktober 2022 in Utrecht habe ich meine Frequenz ja etwas erhöht. Und besuche auch Bands, die nicht zu meinen absoluten jahrelangen Lieblingsbands gehören. So auch Threshold. Ganze 3 CDs nannte ich mein Eigen – kein Hinderungsgrund, zumal die Karte recht preiswert war. Und das „Wizemann“ gehört inzwischen zu meinen Lieblings-Locations für Konzerte aller Art.
Das Konzert war Teil der „Through Time Tour“, quasi die Jubiläumstour zum 30jährigen Bestehen (erstes Album: 1993) mit dem Konzept „mindestens ein Song von jedem Album“, was sehr abwechslungsreich ist, wenn man stolze 12 Studioalben produziert hat.
Dank zweier Support-Acts wurde das Konzert zu einem Dreieinhalb-Stunden-Event. Gut, die erste Band namens „Grace And Fire“ – wie ich später recherhiert habe, dem Genre „Melodic Progressive Hard Rock“ zuzuordnen – war gar nicht nach meinem Geschmack. Wenig melodisch, wenig progressiv. Für mich eher ein Flop, aber 30min lang muss man eben die Arschbacken zusammenkneifen, die Ohrstöpsel tiefer reinstecken, und dann geht das schon. Der zweite Support-Act hingegen war sehr cool – „Godsnake“ aus Hamburg, Genre „Melodic Thrash Metal“. Der Sänger hörte sich an wie der lange vermisste Bruder von James Hetfield, und generell ist „Metallica-artig“ eine gute Beschreibung der Songs. Und das meine ich im besten Sinne. Coole Mucke.
Dann Threshold. Großartige Musiker, sehr spielfreudig, und die Songs machen live sogar mehr Laune als aus der Konserve. Ich könnte dem Gitarristen und Mastermind/Songwriter/Producer Karl Groom stundenlang beim Spielen zuhören. Als Sänger war Alessio Garavello am Start, der den erkrankten Glynn Morgan vertrat (der seinerseits 2017 Damian Wilson abgelöst hatte – ein Name, der mir damals noch nichts sagte, aber dazu mehr in einem späteren Blog-Post). Sehr schöne, „klare“ Stimme, die perfekt zu den Songs passte. Und die Backing Vocals harmonierten auch ganz prächtig. Zusammen mit einem offenbar sehr fähigen Mann am Mischpult ergab das ein wirklich herausragendes Klangerlebnis. Wenn nur alle Live-Konzerte diese Soundqualität erreichen würden.
Setlist zum Nachlesen natürlich bei Setlist.fm.
Bei „spät entdeckten“ Bands habe ich oft wenig Präferenzen bezüglich der Setlist – es scheint für meine „Musikgutfindung“ einen erheblichen Unterschied zu machen, ob ich die Musik „Album für Album mit ggf jahrelanger Pause dazwischen“ entdecke oder „alle Alben auf einmal“. Meine Lieblingssongs von Threshold sind (derzeit) „The Box“, „The Mystery Show“ und „The Shire“. Nur einer dieser Songs wurde auf dem Konzert gespielt – und es war sowas von egal, weil die anderen Songs eben auch großartig sind. Insbesondere im Live-Setting mit sensationellem Sound.
Fazit: bin jetzt echter Threshold-Fan. Das nächste Ticket habe ich schon gekauft, für Oktober 2026 in Aschaffenburg. Wer ein Herz für melodiösen Prog-Metal hat, sollte da mit dabei sein.