Nur wenige Filmreihen bringen es auf sieben Teile. Noch weniger sind davon in guter Erinnerung. Oftmals sind die Fortsetzungen nur schwer zu ertragen und die Qualität nimmt beständig ab.

Bei “The Fast And The Furious” ist vieles anders. Der erste Teil war ein Überraschungserfolg und etablierte Vin Diesel als Action-Star. Der zweite Teil war gruselig schlecht mit weitgehend geänderter Besetzung. Nach dem dritten Teil waren sich die meisten Kinogänger einig, dass das wohl das Ende der Reihe war. Und dann gelang mit Teil 4 die Wende, mit dann gleichbleibend hoher (Action-)Qualität. Ich gehöre vermutlich zu einer sehr kleinen Gruppe Unentwegter, die tatsächlich alle sieben Teile im Kino geschaut haben – und das war bei Teil 2 und 3 nicht das reine Vergnügen.

Was soll man zu Teil 7 sagen? Er setzt die F&F-Tradition würdig fort. Zuzüglich Statham. Damit dürfte klar sein, welcher Zielgruppe dieser Film schmecken wird. Ein bisserl Herzschmerz ist auch noch dabei, um andere Zielgruppen nicht abzuschrecken. Nur die Fans kompakter Erzählweise werden enttäuscht, denn die 137 Minuten Laufzeit hätte es jetzt nicht unbedingt gebraucht. Aber so richtig gestört hat es auch nicht.

Der wöchentliche Kinobesuch führte mich in “Focus” mit Will Smith. Man kann wenig über den Inhalt des Films erzählen, ohne gleich Spoiler-Gefahr zu laufen, deshalb versuche ich es erst gar nicht. Deshalb nur so viel: ein sehr abwechslungsreicher Film mit vielen Wendungen. Und einem überaus lustigen Kurzdialog, der mit den unsterblichen Worten endet: “Klär’ das mit Gott”.

Besonderer Bonuspunkt: keine nervenden Kinder.

Es ist Anfang der Neunziger des letzten Jahrhunderts. Eine eingeschworene Truppe, die sich über langsame Modems, BBSes (auch “Mailboxen” genannt) und das FidoNet kennengelernt hat, trifft sich jeden zweiten Freitag im Monat im Schützenhaus in Stuttgart-Heslach zum “Greitag”, um einen gemütlichen Abend zu verbringen. Zur Stammbesatzung gehören vier Fido-Points – Jochen L. (später Sysop der “Linemelter BBS”), Peter G. (später Sysop der “Lost Hope BBS”), Dieter H., Steffen H. – und zwei Mailboxbetreiber (Fido-Nodes), Alexander L. K. (Sysop der “Piraten-Box”) und Thomas W. (Sysop der “Point of no Return”-Mailbox).

Es war nicht nur die große Zeit der Mailbox-Systeme, des FidoNet und dem Anfang der DFÜ-Szene, die irgendwann ins Internet münden wird. Nein, es ist auch der Beginn der “Eurodance”-Zeit, eines ganz besonderen Musikstils, deren bekannteste und erfolgreichste Vertreter vermutlich Snap (Münzing/Anzilotti) und U96 (Christensen) sind. Am Rande: das Duo Münzing/Anzilotti war früher mal, gesponsert von Commodore und mit Werbung für den Amiga 500 auf dem Plattencover als “16 Bit” unterwegs.

Jedenfalls war die Musik im Schützenhaus immer Charts-Mainstream. Und damit Anfang der 90er natürlich Eurodance bis zum Abwinken. Irgendwann kann man sich nicht mehr dagegen wehren und lernt die Harmonien und den Beat zu schätzen. Und so kommen dann Playlisten wie diese zustande.

  • BG The Prince of Rap – The Colour Of My Dreams
  • Pharao – There Is A Star
  • 2 Unlimited – Tribal Dance
  • Snap – Rhythm Is A Dancer
  • Culture Beat – Mr. Vain
  • Captain Hollywood Project – Only With You
  • Corona – The Rhythm Of The Night
  • Masterboy – Feel The Heat Of The Night
  • 2 Unlimited – No Limit
  • Double You – Please Don’t Go
  • Dr. Alban – Sing Hallelujah
  • Culture Beat – Anything
  • Haddaway – What Is Love
  • Ice MC – It’s A Rainy Day
  • Twenty 4 Seven – Slave To The Music
  • Jam & Spoon – Right In The Night
  • La Bouche – Be My Lover
  • Love Message – Love Message
  • Masterboy – Is This The Love
  • Captain Hollywood Project – More And More
  • Maxx – No More
  • MC Sar & The Real McCoy – Another Night
  • Dr. Alban – It’s My Life
  • Mr. President – Up’n’away
  • Pharao – I Show You Secrets
  • Prince Ital Joe feat. Marky Mark – United
  • Playahitti – The Summer Is Magic
  • Snap – Exterminate
  • Twenty 4 Seven – Is It Love
  • Cappella – U Got 2 Let The Music
  • U96 – Love Religion
  • Urban Cookie Collection – The Key, The Secret
  • Ice MC – Think About The Way

Bisher erschienen in der Reihe “Playlists”:

Urlaubszeit ist Musik- und Playlistenzeit. Egal ob im Flieger oder auf der Sonnenterrasse, anständige Musik ist gefragt. Wenn die Auswahl riesig ist, versucht man die Perlen zu extrahieren. Da auf den offiziellen Best-Of-Compilations die Auswahl meist nur partiell meinem Geschmack entspricht, ist Handarbeit gefragt.

Und damit beginnt meine Serie von “Best of”-Playlisten. Als erstes widme ich mich dem guten alten Onkel Fish alias Derek William Dick, bekannt geworden als Sänger der Progrock-Formation Marillion, später dann (bis heute) auf Solopfaden wandelnd. Die heutige Playlist enthält ausschließlich Songs aus seiner Solozeit, eine bunte Mischung aus alten und neu(er)en Titeln.

Wahre Fish-Experten erkennen aus der Songauswahl auch mein Lieblingsalbum.

  • Vigil
  • Arc Of The Curve
  • Brother 52
  • Clock Moves Sideways
  • Internal Exile
  • Dark Star
  • A Gentleman’s Excuse Me
  • Lady Let It Lie
  • Mission Statement
  • Fortunes Of War
  • The Perception Of Johnny Punter
  • Rites Of Passage
  • Credo
  • Goldfish & Clowns
  • Incomplete
  • Just Good Friends
  • Raw Meat
  • State Of Mind
  • What Colour Is God?
  • Family Business
  • Zoe 25
  • Sunsets On Empire
  • Shadowplay
  • Plague of Ghosts – (V) Raingods Dancing
  • Plague of Ghosts – (VI) Wake-Up Call
  • Lucky
  • The Company

Bisher erschienen in der Reihe “Playlists”:

Vor meinem Urlaub habe ich meinen altehrwürdigen “Kindle Keyboard 3G” durch einen neuen “Kindle Paperwhite 3G” ersetzt. Da der Haupteinsatzzweck meines Kindles immer war, Tageszeitungs-Abos nachts auf der Hotelzimmerterrasse zu lesen, schien mir ein Update auf einen Kindle mit Hintergrundbeleuchtung angemessen – die funzelige ausziehbare LED in der alten Kindle-Hülle hat einfach nie für eine gleichmäßige augenschonende Ausleuchtung sorgen können.

Und so prüfe ich seit einigen Tagen den neuen Kindle auf Herz und Nieren mittels WELT, F.A.Z. und NZZ. Mit der Qualität des Kindle bin ich sehr zufrieden, inhaltlich hingegen offenbaren die führenden Tageszeitungen deutliche Schwächen – das soll aber Thema eines anderen Artikels sein.

Ein interessanter Fakt am Rande: alle Kindle-Zeitungs-Abos beginnen bei erstmaliger Bestellung mit einer kostenlosen 14-tägigen Probephase. Kündigt man aber das Abo und schließt es später erneut ab, hat man aber natürlich nicht erneut ein Anrecht auf 14 kostenlose Tage. Aber: offenbar erneuert sich das Recht auf das Probe-Abo automatisch, wenn man einen neuen Kindle gekauft hat – so war es jedenfalls bei mir. Damit ist der neue Kindle doch deutlich preiswerter geworden als gedacht.

Es scheint zwei grundsätzlich unterschiedliche Urlaubsstrategietypen unter den Menschen zu geben – die Stammurlauber und die Wechselurlauber. Ich schätze, die beiden Begriffe habe ich soeben erfunden, den beiden grundsätzlich von den Demoskopen unterschiedenen Wählergruppen nachempfunden.

Der Stammurlauber geht öfter mal an den selben Ort oder wählt sogar regelmäßig dieselbe Unterkunft, während der Wechselurlauber niemals zweimal denselben Ort für seinen Urlaub aufsucht.

Ich persönlich gehöre zum Typus “Stammurlauber”. In einer vertrauten Umgebung beginnt die Erholung schon ab dem ersten Tag. Die Wahrscheinlichkeit, von der Lokation enttäuscht zu sein, geht gegen Null. Wenn man weiß, dass sich das Hotel um stetige Verbesserung bemüht, kann man jedes Mal wieder neugierig sein, welche Schritte unternommen wurden. Und wenn man das “übliche Programm” mit Ausflügen etc. schon mal mitgemacht hat, kann man sich beim wiederholten Besuch direkt auf die Erholung konzentrieren, ohne das Gefühl zu haben, irgendwas zu verpassen.

In Zeiten von “HolidayCheck” & Co. ist das Risiko eines absoluten Reinfalls natürlich reduziert. Mal sehen, vielleicht wechsle ich irgendwann ins andere Lager.

Nach dem Überflop “Jupiter Ascending” letzte Woche war diese Woche der Hoffnungsträger aller Action-Fans am Start: Jason Statham als Nick Wild in “Wild Card”.

Ein echter Statham. Leicht abgebrochener Held, cool bis unter den Gefrierpunkt und wie immer saubere Kampfaction. Dazu angenehm kurz: rund 90min. Unnötige Längen kann man dem Film sicher nicht vorwerfen.

Der typische Kinokritiker wird sicherlich Storymängel anmeckern, holzschnittartige Charaktere usw. – was erfahrungsgemäß daran liegt, dass diesen Menschen der intellektuelle Zugang zu einem guten Actionfilm schlicht fehlt.

 

Seit über 25 Jahren führt mich als bekennender Faschingsverweigerer der Weg am Rosenmontag in die Scala nach Ludwigsburg. Denn dort findet seit mindestens ebenso langer Zeit jährlich ein Konzert der Extraklasse statt: die schwäbischen Rocker von Grachmusikoff bringen ihren Fans ein (mindestens zweistündiges) Ständchen.

Auch 2015 wurde diese rosenmontägliche Tradition fortgesetzt, endlich wieder in der jetzt frisch renovierten Scala. Wobei die Renovierung doch überschaubar ausgefallen ist, hauptsächlich wurde der Eingangs- und Barbereich neu gemacht, im Innenraum ist mir spontan jetzt nichts aufgefallen – alles atmet noch den guten alten Charme der 70er.

Aber schließlich ging es um die Musik und nicht um Innenarchitektur. Und da haben die Jungs mal wieder voll überzeugt. 1A Songauswahl, gute Ansagen (luschdig!), saubere Zugaben.

In der Setlist war unter anderem im Angebot (ich werde den Verdacht nicht los, das ich mindestens einen Song vergessen habe):

  • Nur für Geld
  • Wasserkopf
  • Paule Popstar
  • Gogo-Boy
  • Bin ich selber Rastaman!?
  • Dame oder Schwein
  • I ben Koleriker
  • Endstation A
  • Die Scheisserinnerong an ons
  • Dr tägliche Wahn
  • Spreng, Karle, spreng
  • Keiner ischt gefeit
  • St. Magnus
  • Sie isch aus Bad Buchau
  • Bhudda oder Jutta
  • Franz
  • Der Ochse ond der Mönch
  • Oinr isch emmer dr Arsch
  • Heit gibt’s koine Indianer me
  • Liad vom Bauragriag
  • Drägglacha Blues
  • Guad Nacht

Es gibt sie noch, die echten Action-Kracher. Filme, bei denen sich niemand über eine dünne Story aufregt. Filme, in denen der Verbrauch von Kunstblut in Litern gemessen wird. Filme, in denen der einsame Held ganze Horden von Gegnern plattmacht.

“John Wick” mit Keanu Reeves in der Hauptrolle ist genau so ein Action-Kracher. Entfernt erinnert er an “Shoot’ em up” oder “Hitman”. Seit “Matrix” hat Mr. Reeves ja recht wenig Vorzeigbares abgeliefert – vielleicht wäre “Constantine” zu nennen oder “47 Ronin”. So überzeugend wie in “John Wick” war er aber höchstens in “Speed”. Falls sich daran noch jemand erinnert.

 

Seit Jahrzehnten widme ich mehr oder weniger Zeit meines Lebens der Computerspielerei. Mit dem Atari VCS ging es los (Pac Man, Space Invaders, Pole Position, Enduro, Jungle Hunt), später dann C64 und Schneider CPC (Bomb Jack, Spindizzy, Ikari Warriors, Jumpman Junior, Impossible Mission, Ghostbusters, Gryzor, Savage), dann ging es mit der PlayStation wieder los.

Neben Rennspielen hatte ich immer eine besondere Vorliebe für horizontal scrollende Ballerspiele. In der 8-Bit-Ära faszinierten mich Nemesis (auch bekannt als Gradius), R-Type, Zynaps, Armalyte, Katakis und IO. Mit der PlayStation kam dieses Genre irgendwie aus der Mode, oder verschwand zumindest aus meinem Fokus – stattdessen regierten Ridge Racer, Gran Turismo und ISS/Pro Evolution Soccer. Irgendwann kaufte ich noch die Gradius Collection für die PSP, nur um festzustellen, dass bei meiner PSP das Steuerkreuz kaputt war und man nicht nach rechts unten diagonal steuern kann – und das ist bei Gradius ein ziemliches Handicap. Für Ridge Racer oder Wipeout hat es immer gereicht.

Fast Forward in die Gegenwart. Die PS3 fristet ihr Dasein als Medienplayer, seit Wipeout und Ridge Racer 7 durchgezockt sind. Aber: die Kunde eines neuen großartigen Horizontalscrollerballerspiel erreichte mich. Resogun heißt der Hoffnungsträger, seit Dezember 2014 auf der PS3 verfügbar. Also schnell gekauft und losgespielt. Überraschenderweise kauft man mit der PS3-Version auch gleich die PS Vita-Version. Mit Cross-Save. Coole Sache.

Und was soll ich sagen? Ich bin angefixed. Das Spiel ist schlicht großartig. Es hat die richtige Balance aus Schwierigkeitsgrad, Grafikeffekten, Musik und innovativen Features. Man bewegt sich auf einer zylindrischen Oberfläche, so dass man durchaus früh sehen kann, wo die nächste Welle an Gegnern anrollt. Mit dem linken Analogstick steuert man sein Raumschiff (drei verschiedene gibt es zur Auswahl), mit dem rechten Analogstick steuert man seinen Schuss – man kann sowohl vorwärts als auch rückwärts schießen, das “Umschalten” dauert aber einen kurzen Moment. Neben dem Ziel “alle Gegner vernichten und überleben” gibt es noch das Ziel, alle gefangenen Menschen zu retten. Dazu muss man bestimmte Gegner-Formationen abschießen, dadurch wird der Mensch aus seinem Gefängnis befreit, man muss ihn dann aufsammeln und zu einem von zwei “Sammelpunkten” bringen. Das Retten der Menschen ist nicht nur Punktebringer, sondern auch Upgrade-Quelle für das eigene Schiff.

Wenn es auf dem Bildschirm mal voll wird, hat man drei zusätzliche Optionen: eine Smartbomb (räumt alle Gegner ab), den Boost (beschleunigt das Schiff und macht einen für kurze Zeit unverwundbar) und das Übersteuern, mit dem das mickrige Schüsschen zur ultimativen Strahlenwaffe wird.

Wenn man einen Kritikpunkt finden will: extrawaffentechnisch ist das Spiel doch recht limitiert. Mehr als schnellere Schussfolge und Streuschuss ist nicht drin.

Im Anfänger-Schwierigkeitsgrad findet man rasch ins Spiel rein und man kann mit ein wenig Übung die Levels recht zügig durchspielen. Aber schon beim nächsthöheren Schwierigkeitsgrad wird es deutlich anspruchsvoller, und ohne sehr gezielten Einsatz aller Möglichkeiten kommt man nicht weit.

Also: wer Fan von klassischen Shoot’em ups der Horizontalscrollerklasse ist, sollte unbedingt zugreifen. Alle anderen vergnügen sich halt weiterhin mit den 1st person shootern.